Lennart Grill vom 1. FC Union hat sich einiges vorgenommen.
Lennart Grill vom 1. FC Union hat sich einiges vorgenommen. City-Press

Keine 24 Stunden nach Vertragsunterschrift hatte Jakob Busk sofort eine tragende Rolle. Auf dem Trainingsplatz des SV Eintracht Reichenwalde orderte Trainer Urs Fischer ein Tor für eine Übungseinheit an. Zum Leidwesen des Dänen, der vom 1. FC Union am Vorabend für ein weiteres Jahr verpflichtet worden war, stand er allein mit Yannic Stein in der Ecke des Trainingsplatzes, in der die Aluminiumgehäuse rumstanden. Sollen wir die jetzt zu zweit tragen, rief Unions Nummer 3 über den Platz. Die Bemerkung eines Kollegen, dass das schön Muckis geben würde, rief allgemeines Gelächter hervor.

Die etwas überraschende Rückkehr des Blondschopfs in den Schoß der eisernen Familie, aus der er beim letzten Saisonspiel gegen Bochum (3:2) noch offiziell verabschiedet worden war, ist aber hinlänglich zu erklären. Denn die ursprüngliche Planung der Köpenicker hatte vorgesehen, mit Frederik Rönnow als Nummer eins und Lennart Moser als dritter Kraft im Tor in die Saison zu gehen. Für die Nummer zwei war nach dem Abgang von Andreas Luthe ja Lennart Grill aus Leverkusen auf Leihbasis gekommen.

1. FC Union: Lennart Grill fordert Frederik Rönnow

Leverkusen-Leihgabe Lennart Grill will sich mit Fredrik Rönnow (l.) um den Status der Nummer eins beim 1. FC Union duellieren.
Leverkusen-Leihgabe Lennart Grill will sich mit Fredrik Rönnow (l.) um den Status der Nummer eins beim 1. FC Union duellieren. Imago

Durch den Abgang von Moser nach Eupen, weil er in seinem Alter nicht auf der Bank oder Tribüne versauern wollte, war bei Union klar, dass es eine neue, etatmäßige Nummer drei braucht. Wer sollte diese Rolle besser ausfüllen können als Busk, der das, seit er 2016 gekommen war, in den letzten vier Jahren trefflich gemacht hatte.

Busk weiß, dass Grill als Rönnow-Herausforderer vorgesehen ist. Der wiederum hat sich vorgenommen, ein bisschen mehr als das zu sein.„ Ich gehe davon aus, dass noch nichts in Stein gemeißelt ist. Es ist ein offenes Ding, hoffe ich. Union hat mir auf jeden Fall eine Perspektive aufgezeigt, es waren gute Gespräche“, so der 23-Jährige.

Klarer Fall einer kollegialen Kampfansage. Wobei Grill auf das kollegiale Wert legt. „Mein Anspruch ist, so viele Spiele zu machen wie möglich. Aber den Anspruch hat jeder. Das beeinflussen kann ich, beurteilen müssen das dann andere“, so Grill weiter.

Der 1. FC Union in Europa: Für Lennart Grill wichtig

Mit ein Grund sich zu den Eisernen zu verändern, war natürlich auch die Europa League. „Das Union international spielt, spielt eine Rolle für Verein und eine Riesenrolle für uns Torhüter. Je mehr Spiele desto mehr Chancen hast du, Spielzeit zu sammeln“, so der 1,92 m große Schlussmann.

Letzteres war ja auch der Grund, warum er sich 2021 zwischenzeitlich von Bayer nach Bergen hatte ausleihen lassen. „Ich brauchte diese Leihe. Ich weiß nicht, ob ich die gleiche Entwicklung sonst genommen hätte. Für Persönlichkeitsentwicklung ist Ausland ganz wichtig“, so der Pfälzer der seine ersten Profijahre in der berühmt-berüchtigten Torwartschule von Gerry Ehrmann gemacht hatte.

Auch von dieser Leihe verspricht er sich einiges. Ein Verbleib in Berlin muss später nicht ausgeschlossen werden. Auch wenn das für ihn noch Zukunftsmusik ist.

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