Der Klassiker der Hinrunde: Jordan Siebatcheu geht, Kevin Behrens kommt.
Der Klassiker der Hinrunde: Jordan Siebatcheu geht, Kevin Behrens kommt. Imago/Matthias Koch

Urs Fischer stand da und musste einen Moment überlegen. Es arbeitete sichtlich in ihm. Offenbar ging er alle Testspiele vor seinem geistigen Auge noch einmal durch. Doch dann spuckte der Schweizer Fußballlehrer die richtige Antwort aus: Kevin Behrens! Genau. Das war der Angreifer des 1. FC Union, der in der Vorbereitung am häufigsten getroffen hatte. Dreimal insgesamt.

Keine ganz einfache Frage. Schließlich hatten ja alle Angreifer der Eisernen sich in die Schützenliste eingetragen in der Vorbereitung in allen sechs Spielen. Da eine solche Zahl im Kopf zu haben, ist schon höhere Schule. 

Die Frage, die sich daran anschließt, ist natürlich, wie weit Behrens das vorangebracht hat. Wie sehr rückt er Jordan Siebatcheu auf die Pelle? Wie dicht ist er denn jetzt an einen Startelfplatz hergerückt? Wird er gegen Hoffenheim starten am kommenden Sonnabend (15.30 Uhr, Sky)?

Behrens schart beim 1. FC Union mit den Hufen

Fischer, der sich ungern in die Karten schauen lässt, was Aufstellungsfragen angeht, fing an zu lachen. „Er ist doch immer nahe dran. Er kommt auch immer wieder zum Einsatz. Ich glaube, in vielen Spielen wurde er eingewechselt. Das eine oder andere hat er begonnen“, erinnerte Fischer an die letzten beiden Kicks vor der WM-Pause, als der 31-Jährige für Siebatcheu in die Startelf gerückt war. 

In der Tat ist Behrens in dieser Saison noch mehr mittendrin als nur dabei. Bislang sind 440 Minuten und 15 Partien bei zwei Toren und einer Vorlage für ihn notiert. Da muss man kein großer Prophet sein, um zu sagen, dass er die Bilanz des Vorjahres mit 476 Spielminuten in 24 Spielen sowie zwei Toren und drei Vorlagen übertreffen wird.

Siebatcheu will beim 1. FC Union an seinen Start anknüpfen

Aber um Siebatcheu auszustechen, langt es offenbar bei Fischer noch nicht. Der hat mit seinen drei Buden und drei Assists noch die Nase vorn, obwohl er seit Mitte September das Runde nicht mehr ins Eckige bugsieren konnte. Doch Fischer sieht den Franko-Kameruner mit US-amerikanischem Pass wieder auf dem aufsteigenden Ast. 

„Ich glaube, dass ihm diese Pause gutgetan hat. Es waren sehr viele Spiele für ihn. Ich glaube gerade, weil es für ihn ja auch darum ging, sich an den Rhythmus an das Tempo der Bundesliga zu gewöhnen, zu adaptieren. Es braucht durchaus auch immer einen Moment. Es war gut, dass eine Pause kam, so konnte er auch mal reflektieren. Er hat in der Vorbereitung wirklich gut mitgezogen. Auch in den Spielen Dinge, die wir von ihm erwarten, gut gemacht“, so Fischer, der zudem anführte, dass Siebatcheu ja auch zweimal in der Vorbereitung getroffen hatte, offenbar wieder ein Stück weit frischer ist.

Einen Freifahrtschein stellt Fischer dem von den Young Boys Bern gekommenen Angreifer damit aber nicht aus. „Es geht auch ums Tore schießen“, so der 56-Jährige, und ergänzte mit einem Lächeln: „Wir werden es in einer Woche sehen.“

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