Paul Seguin feierte am Mittwoch nach überstandener Corona-Infektion sein Debüt für den 1. FC Union Berlin.
Paul Seguin feierte am Mittwoch nach überstandener Corona-Infektion sein Debüt für den 1. FC Union Berlin. imago/Matthias Koch

Endlich. Verspätet zwar, aber endlich konnte er mitmischen. Der aus Fürth gekommene Neuzugang Paul Seguin freute sich darüber, dass er im Test gegen den FC Viktoria 89 (3:1) seinen Einstand für den 1. FC Union geben konnte.

Zwar nur für etwas mehr als eine halbe Stunde – und damit weniger lang als seine Kollegen –, aber dafür hatte der Mittelfeld-Mann vollstes Verständnis. „Ich bin ja etwas später nach dem Auftakt dazugestoßen. Sechs Tage später. Ich hatte eine Corona-Infektion, die habe ich mir kurz vorm Trainingsstart zugezogen. Deswegen hat es etwas länger gedauert. Aber jetzt bin ich schon wieder ganz gut bei Kräften, aber noch nicht bei 100 Prozent“, sagte der 27-Jährige.

„Eigentlich war er erst ausgemacht, dass ich gar nicht spiele. Aber wir hatten ja ein paar Ausfälle und ich habe mich ganz gut gefühlt und mit den Ärzten alles abgesprochen. Und lieber spielen als Kraftzirkel. Den hätte ich sonst machen müssen“, so Seguin lachend.

Paul Seguin freut sich auf den Auftritt mit dem 1. FC Union in Magdeburg

Trainer Urs Fischer erkannte die Ungeduld seines Neuzugangs und wollte ihn nicht über Gebühr bremsen. Jetzt brennt Seguin darauf, den ersten 36 Minuten weitere folgen zu lassen. Am liebsten schon am Sonnabend, wenn die Köpenicker in Magdeburg ihr zweites Testmatch (16.30 Uhr) bestreiten.

„Das ist schon ein besonderes Spiel für mich. Ich bin da geboren. Dann gibt es da die Vergangenheit mit meinem Vater. Das ist natürlich was Besonderes für mich. Viele aus meiner Familie sind da. Ich freue mich auf das Spiel. Einfach genießen“, so seine Devise.

Zu erwähnen, dass Vater Wolfgang (76), von aller Welt nur „Paule“ gerufen, mit dem FCM 1974 den Europapokal der Pokalsieger gewonnen hat, heiße ja, Eulen nach Athen tragen. Der Papa, der heute in Stendal lebt, wird natürlich auch im Stadion sein. Sein Sohn Paul ist der einzige von fünf Brüdern, der im höherklassigen Fußball Fuß fassen konnte und dem Vater nacheifert.

Der Vergleich wird ihn daher immer wieder einholen. Aber Seguin jr. hat gelernt, mit dem großen Namen zu leben. Den Treffer von Seguin Sr. zum 2:0 gegen den AC Mailand im Finale 1974 kann man überall im Internet finden. Nach Flanke von Axel Tyll schießt er aus spitzem Winkel ins kurze Eck. Unsterblichkeit inklusive.

1. FC Union: Paul Seguin mit dem Läufer-Talent von Papa Wolfgang

Geerbt hat Paul von„ Paule“ offenbar die Pferdelunge. „Papa sagt immer, ihn musste man nach 90 Minuten abschalten“, meint der Junior. „Von mir sagt er, dass ich außerdem Fußball spielen kann“, so Seguin. Wohl mit ein Grund, warum Union-Manager Oliver Ruhnert ihn als ersten Transfer der neuen Spielzeit dingfest machte und aus Fürth weglotste.

Aber leicht wird es bei den Eisernen bestimmt nicht. „Es sind natürlich viele Mittelfeldspieler hier. Und natürlich möchte ich auch gerne spielen. Es reicht mir ja nicht, zu sagen, schön, dass ich hier bin. Konkurrenzkampf ist immer gut. Da gilt es nie, sich auszuruhen. Ich kann sowohl auf der Sechs als auch auf der Acht spielen. Vielleicht ist das ja mein Vorteil hier“, so Seguin.

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