Taiwo Awoniyi auf dem Weg zum Siegtor! Schon sein fünfter Ligatreffer in dieser Saison.  City-Press/Matthias Renner

Nach dem Europapokalfest folgt die Bundesliga-Fete! Der 1. FC Union schießt die ersten Tore bei den bislang so abwehrstarken Mainzern und entführt mit einem 2:1 (0:1) drei Zähler beim FSV. Rang sieben ist der Lohn für die Köpenicker, bei denen Taiwo Awoniyi einen Sahnetag erwischte und sich mit dem ersten Treffer seines Doppelpacks einen Platz in den Annalen der Eisernen sichert.

Dass Trainer Urs Fischer die große Rochade rückwärts ansetzen würde im Vergleich zum Conference-League-Spiel am Donnerstag gegen Haifa (3:0)  überraschte nicht wirklich. Selbst der Bankplatz für Christopher Trimmel nicht - für ihn durfte Julian Ryerson ran. Unions Capitano ist halt in einem Alter, wo das eine oder andere verordnete Verschnaufpäuschen mit einbudgetiert ist. Doch dass man den Hausherren weitestgehend das Spiel überließ, ihnen das Leben durch frühes Pressing nicht schwer machte und selber kaum aktiv wurde mit der Kugel, das dann eher doch nicht.  

Ausgerechnet Ingvartsen schenkt seinem Ex-Klub einen ein

Das Zweikampfverhalten der Eisernen ließ so einiges zu wünschen übrig. Da tröstete es wenig, dass der Unparteiische Tobias Stieler ebenso fehlerbehaftet unterwegs war. Denn beim entscheidenden Duell vor dem Führungstreffer der Rheinhessen gab es bei ihm nichts zu beanstanden. Wohl aber bei Genki Haraguchi, der aufreizend lässig einen Ball im Mittelfeld herschenkte. Dann ging es schnell und am Ende stand – ausgerechnet – Marcus Ingvartsen goldrichtig. 1:0 für den FSV durch eine Unioner Leihgabe (40.). Bitter! Zumal die Mainzer Elf von Trainer Bo Svensson bis dahin offensiv auch keine Bäume ausgerissen hatte. 

Ingvartsen, der zum Ende der Transferperiode auf Leihbasis zum FSV gewechselt war und der im Klassenerhaltsfall der Rheinhessen den Köpenickern im kommenden Sommer eine Ablöse von 2,3 Millionen Euro bescheren wird, stand ja erstmals bei den Nullfünfern in der Startelf. Wenigstens unterließ der Däne irgendwelchen übermäßigen Torjubel aus Respekt vor den ehemaligen Kollegen. Weh tat es aber doch. Geschichten, die so nur der Fußball schreibt, heißt es dann gerne. 

„Ein unnötiger Rückstand, das hatte sich so nicht abgezeichnet“, meinte Urs Fischer. Doch zum Glück gibt es ja beim Fußball immer zwei Halbzeiten. Und die Eisernen haben ja auch den einen oder anderen Ex in ihren Reihen, auch wenn nur einer auf dem Feld stand. Viel fehlte nicht und der ehemalige Mainzer Taiwo Awoniyi hätte nach feinem Zuspiel von Max Kruse die Gäste über den Ausgleich jubeln lassen (60.). Wenig später schoss Kruse dann selber die Kugel am rechten Pfosten vorbei (62.).

Und dann fiel doch das Tor Nr. 100 in der Liga-Geschichte der Köpenicker. Awoniyi, geschickt von Kruse, vollendete einen feinen Konter zum Ausgleich (69.).  Und einmal in Fahrt, setzte der Nigerianer noch einen drauf, veredelte in einer vergleichbaren Situation das Zuspiel von Kevin Behrens zum 2:1-Siegtreffer (73.).  

Könnte man eigentlich nur noch den Klassiker aus Walt Disneys Schneewittchen anstimmen, wenn die Zwerge sich auf zur Arbeit machen: Taiwo, Taiwo, it's off zum Sieg we go. 

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