Der Anfang vom Ende für die Wölfe: Taiwo Awoniyi erzielt mit links den Fürhungstreffer für die Eisernen.  City-Press/Moritz Eden

Langsam wird es unheimlich! Sie wollten doch nur den Klassenhalt anpeilen. Doch dieser 1. FC Union ist der blanke Wahnsinn. Jetzt bezwangen die Köpenicker völlig verdient den großen Favoriten VfL Wolfsburg mit 2:0 (0:0) und marschieren schon wieder ganz stramm Richtung Europapokalplatz. Die formidable Heimserie wurde auf jetzt 21 unbesiegte Spiel in Folge ausgebaut. Mit den Wölfen – mal abgesehen von den beiden Aufsteiger Fürth und Bochum – hat Union jetzt alle amtierenden Bundesligisten mindestens einmal geputzt! Fehlen nur noch ... die Bayern

Held des Tages aus Köpenicker Sicht einmal mehr Taiwo Awoniyi. Der frisch gebackene Nationalspieler ließ nach einer torlosen ersten Hälfte die Alte Försterei kurz nach dem Pausentee erbeben. Dabei musste der Nigerianer nicht mal den Turbo anschmeißen, sondern profitierte von einem feinen Zuspiel des quirligen Genki Haraguchi. Den Steckpass des nimmermüden Japaners schob der Nigerianer mit links Wolfsburg-Keeper Koen Casteels cool durch die Hosenträger zum 1:0 (49.). Schon sein sechster Bundesligatreffer! Nur noch Robert Lewandowski und Erling Haaland liegen in der Schützenliste jetzt noch vor ihm. Irre. Wenn das so weitergeht, wird es am Ende der Spielzeit Angebote hageln für den 24-Jährigen. Muss noch erwähnt werden, dass die Ränge beseelt sein Lied anstimmten? 

Die Einen wollen ja bekanntlich in die Champions League. Die Anderen - also die Hausherren - möglichst schnell die 40 Punkte voll machen und dann schauen, was geht. Angesichts des Personals nachvollziehbar. Insofern war es wenig verwunderlich, dass die Gäste zunächst mehr vom Spiel hatten. Das änderte sich aber je näher der Pausenpfiff rückte.

Knoche rettet kurz vor der Linie

Aber wirklich was zustande brachten die Wölfe zuvor  bei ihren Offensivbemühungen auch nicht, wenn man mal von einem Pfostentreffer von Dodi Lukebakio (25.)  absieht oder einem Kopfball gegen die Laufrichtung von Andreas Luthe, den Robin Knoche einen halben Meter vor der Linie blocken konnte (11.). 

Wie das alles besser geht, vor allem in puncto Effektivität zeigten die Eisernen dann unmittelbar nach Wiederanpfiff als Max Kruse Haraguchi bediente und der ewig rackernde Aowniyi am Ende profitierte. „Ich bin einfach nur glücklich. Ich habe mich einfach nur auf den Ball konzentriert und ihn dann reingemacht“, jubelte der Nigerianer, der diesen Treffer seiner Frau widmete und dann auch nicht vergaß, Sheraldo Becker zu loben.

Becker macht's mit Köpfchen

Denn der hatte mit seinem Kopfballtreffer sieben Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit den Sack endgültig zugebunden in der Alten Försterei. „Es war ein Sieg der ganzen Mannschaft“, wollte Awoniyi gar nicht so viel Lobhudelei abgreifen.

Sheraldo Becker jubelt. VfL-Keeper Koen Casteels konnte die Kugel erst nach der Linie festhalten.  City-Press/Moritz Eden

Die Angst, dass noch einer irgendwie durchrutscht, beispielsweise durch den eingewechselten Wout Weghorst, war nach dem Treffer des Niederländers gebannt (83.). Partystimmung pur. Und die nächsten Ziele können angepeilt werden. Beim kommenden Heimspiel kommen ja die Bayern nach Köpenick ...

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