Gib mir mehr: Für Sven Michel wurde mit seinem Wechsel zum 1. FC Union ein Traum wahr. Dieses Jahr soll die eiserne Krönung folgen. Imago

Jetzt schlägt es Michel! Auch wenn der Transfer von Taiwo Awoniyi nach England noch nicht perfekt ist, der 1. FC Union wird seinen 15-Tore-Stürmer definitiv diesen Sommer verlieren. Klar ist auch: Von der Rekordablöse in Höhe von 20 Millionen Euro fließt in Köpenick nur ein Bruchteil in die Mannschaft von Trainer Urs Fischer. Wie gut, dass der 1. FC Union bereits einen Ersatz in den eigenen Reihen hat: Bühne frei für Sven Michel!

Der 31 Jahre alte Offensivmann erlebte erst vor fünf Monaten sein ganz persönliches Märchen. Nach mehr als einem Jahrzehnt in den unteren Spielklassen (und einer Spielzeit mit Aufsteiger SC Paderborn im Oberhaus), wurde Michels Bundesliga-Traum mit seinem Wechsel zum 1. FC Union so richtig wahr. Michel damals: „Der Wechsel zu Union ist für mich eine großartige Chance.“

Nun lässt sich festhalten: Michel hat die Gelegenheit genutzt!

1. FC Union: Sven Michel lässt Max Kruse vergessen

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Prost! Sven Michel hat großen Anteil am erneuten Europa-Einzug des 1. FC Union.

Als hochgeschätzter, aber gefühlt ewiger Zweit- und Drittligaspieler, lotste Manager Oliver Ruhnert Michel unmittelbar nach dem Blitz-Wechsel des zum VfL Wolfsburg transferierten Max Kruse zum 1. FC Union. Tat sich der 1,79 Meter große Stürmer anfangs noch schwer mit der Bürde der Kruse-Rolle, war Michel insbesondere gegen Ende der erfolgreichen vergangenen Saison ein richtig wichtiger Faktor beim 1. FC Union.

Keine Frage, der Awoniyi-Abgang schmerzt und hinterlässt eine große Lücke. Klar ist auch, dass Michel Awoniyis Wucht und dessen Rolle als Fixpunkt im Angriff nicht ersetzen kann. Dafür wird Ruhnert zumindest einen Teil der Awoniyi-Ablöse in einen Stoßstürmer stecken müssen, der das Potenzial hat, wie Awoniyi zu knipsen.

Sven Michel und das Gefühl für Raum und Zeit

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Sven Michel präsentierte sich beim Trainingsauftakt des 1. FC Union topfit und sehr konzentriert. Also durchaus anders als sein Vorgänger Max Kruse.

Das wird dem Neuen (und auch Andreas Voglsammer) aber nur gelingen, wenn der etwas dahinter agierende Michel die Bälle verteilt und die Stürmer in Szene setzt. Auch wenn Michel im Vergleich zu Kruse viel laufstärker und dynamischer ist, ähnelt sich der Stil der beiden Kreativköpfe doch. Wie Kruse hat Michel ein geniales Gefühl für Zeit und Raum.

Dass es bei ihm nach den zu erwartenden Anpassungsproblemen nach einem Winter-Wechsel spätestens beim 4:1-Derbysieg bei Hertha BSC klick gemacht hat, zeigte Michel im Europa-Endspurt: Drei Treffer und zwei Vorlagen, darunter sein Tor und Weltklasse-Assist per Hacke beim 2:1-Sieg in Leipzig, bewiesen, was für ein Ausnahmekicker Michel ist.

1. FC Union: Sven Michel kann noch viel mehr

Das Beste: Michel ist noch lange nicht am Höhepunkt. Nach der ersten gemeinsamen Vorbereitung wird er die Taktik von Trainer Fischer und die Laufwege der Kollegen noch besser verstehen.

Insofern dürfen sich alle Union-Fans berechtigte Hoffnungen machen, dass Michel zukünftig beim 1. FC Union das Zepter schwingt und nach dem Awoniyi-Abgang zum absoluten Schlüsselspieler an der Wuhle wird. Gelingt ihm das, folgt auf Michels bereits wahr gewordenes Märchen schon bald die Krönung.

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