Unions Taiwo Awoniyi lässt sich von den Kollegen nach seinem Siegtreffer gegen den 1. FC Köln feiern. imago/Nordphoto

Europa, wir kommen! Der 1. FC Union kommt gestärkt aus der Länderspielpause, schlägt vor vollen Rängen den 1. FC Köln völlig verdient mit 1:0 (0:0) und springt auf Rang sieben. Der Platz könnte am Ende wieder für den Einzug in das internationale Geschäft langen. Falls der Pokalsieger aus Leipzig oder Freiburg kommt. Stimmung pur an der Alten Försterei.

Diese DFB-Strafe werden die Eisernen gerne in Kauf nehmen. Natürlich brannte der Block lichterloh, als die Mannschaften aufs Feld kamen. Ausverkauftes Haus, endlich wieder 22.012 Besucher. Die Rückkehr der Ultras, keine Maskenpflicht. Lautstarke Gesänge. Die Alte Försterei strahlte wieder diese Brachialgewalt aus, für die sie berühmt ist. Hach! Fußball eigentlich so, wie er sein sollte. Auch wenn manch einer aufgrund der dicht gepackten Menge verständlicherweise doch ein leichtes Ziehen in der Magengrube verspürte.

Wurde mit dem Anpfiff erst mal hintangestellt. Der Ouvertüre auf den Rängen folgte ein ziemlich wildes Gekicke auf dem Rasen, bei dem sich beide Teams erwartungsgemäß nichts schenkten. Hohes Pressing. Intensive Zweikämpfe. Gras fressen. Mit zunehmender Spieldauer drückten die Hausherren die Gäste immer mehr hinten rein. Nur gelegentlich kamen die Geißböcke mal zu Entlastungsangriffen.

1. FC Union: Wildes Spiel im ersten Durchgang

Allerdings mussten sich die Eisernen den Vorwurf gefallen lassen, dass sie bei allem Bemühen zu wenig Durchschlagskraft entwickelten. Was Köln natürlich mutiger werden ließ. Die gefährlichste Situation war noch ein Distanzschuss von Rani Khedira (35.).

Wenig später konnte Union-Keeper Frederik Rönnow auf der Gegenseite Eigenwerbung betreiben, als er im Anschluss an eine Ecke einen Schuss von Hector aus Nahdistanz entschärfte (39.). Ein Kopfball von Prömel war noch zu notieren, der Schwäbe im FC-Gehäuse vor keine große Mühe stellte, ehe es torlos zum Pausentee ging (44.).

Union knackt die 40-Punkte-Marke

Doch dann ging die Party richtig los. Der heftig aus England umworbene Taiwo Awoniyi profitierte von einem kapitalen Fehlpass des Kölners Hector, stand blank vor Schwäbe und setzte die Kugel in die Maschen. Kölns Keeper war mit der Hüfte noch dran, aber am Ende machtlos. Schon sein zwölfter Saisontreffer! Womit er die Bestmarke des Kölners Sebastian Andersson aus der ersten Bundesligaspielzeit der Eisernen eingestellt hat. Bundesligarekordtorschütze der Köpenicker ist er mit 17 Buden jetzt auch, hängte einen gewissen Max Kruse ab.

Die Geißböcke hatten an diesem kapitalen Schnitzer schwer zu knabbern. Im ganzen zweiten Durchgang war Union dem zweiten Treffer wesentlich näher als die Gäste dem Ausgleich. Das Fehlen von Anthony Modeste hatte sich also doch negativ bemerkbar gemacht bei der Elf von Steffen Baumgart. Denn hinten ließen Robin Knoche, der vor dem Spiel seinen Vertrag um mindestens zwei Jahre verlängert hatte, und Kollegen nichts anbrennen.

Unions Awoniyi freut sich auf Hertha

„Es war ein gutes Spiel von uns. Wir haben um jeden Ball gekämpft“, freute sich Matchwinner Awoniyi über den Erfolg und versprach, dass die Eisernen nun so weiter machen wollen. Schon kommende Woche im Derby. „Wir sind bereit dafür“, meinte der 24-Jährige mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Denn auf den Rängen wurde schon wieder munter das Stadtmeisterschaftslied intoniert ...

Endlich die 40-Punkte-Mark geknackt! Und mit diesem Dreier springt Union auf Rang sieben, überholt die Kölner. Das Tor zu den Europacup-Plätzen hat sich für die Eisernen wieder ein Stück weit aufgemacht. Der einzige Wermutstropfen: Paul Jaeckel kassierte die fünfte Gelbe, fehlt damit gegen Hertha BSC.

Infos zum Spiel

  • 1. FC Union: Rönnow 3 – Jaeckel 3, Knoche 2, Baumgartl 3 – Trimmel 2,5, Khedira 2,5, Gießelmann 3,5 – Haraguchi 3 (75. Ryerson), Prömel  3 (88. Möhwald) – Becker 4 (71. Voglsammer), Awoniyi 3 (88. Behrens)
  • 1. FC Köln: Schwäbe 3 – Ehizibue3,5  (46. Thielmann), Kilian 3,5, Hübers 4 (83. Schaub), Hector 5  – Özcan 4, Skhiri 4 – Ljubicic 4,5 (67. Lemperle), Uth 5 (65. Y. Horn), Kainz 3 (67. Chabot) – Andersson 5
  • Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach) 2,5
  • Zuschauer: 22.012 (endlich mal wieder ausverkauft)
  • Tor: 1:0 Awoniyi (49.)
  • Gelb: Jaeckel (5), Becker (4), Trimmel (4) – Ehizibuhe (2), Hübers (5), Thielmann (5)

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