Michael Gregoritsch erzielt das Tor zum 1:2 gegen Unions Torwart Andreas Luthe und machte die Träume von einem guten Saisonstart kaputt.  Foto: Matthias Koch

Wer auch immer am Sonnabend in der Alten Försterei das neue Programm „Gekommen, um zu bleiben 2.0“ eingespielt hatte, hatte mit fehlerhafter Technik zu kämpfen. Die Beta-Version der 40-Punkte+X-App war noch so buggy, dass der 1.FC Union beim Auftakt einen Absturz des eisernen Betriebssystems erlebte. 1:3 (0:1) hieß es am Ende gegen den auch nur solide sein Pensum abspulenden FC Augsburg. Ein schnelles Up-date ist nun wünschenswert.

Alle Blicke richteten sich noch vor dem Anpfiff natürlich auf Rafal Gikiewicz. Der Rückkehrer wurde auch ganz herzlich von Stadionsprecher Christian Arbeit vorab begrüßt. Zunächst gab es höflichen, aber etwas spärlichen Applaus von den Rängen. Doch der steigerte sich dann zu einem kurzen Sprechchor, die den Namen des Polen skandierten. Schönen Gruß nach Dresden, so geht man mit Rückkehrern um und beschimpft sie nicht wie HSV-Star Toni Leistner jüngst im Cup geschehen. 

Wer sich aber auf ein Duell der Keeper zwischen Gikiewicz und seinem aus Augsburg gekommenem Nachfolger Andreas Luthe gefreut hatte, der wurde enttäuscht. Beide Torsteher blieben weitestgehend beschäftigungslos. Einmal hatte der Pole Glück, als der als echter Mittelstürmer agierende Marcus Ingvartsen eine Flanke des später mit einer Wadenverletzung früh ausscheidenden Christian Gentners (25.) knapp neben das Ziel setzte (18.). Auf der Gegenseite war Luthe machtlos, als er bei Augsburgs erster Torannäherung einen Kopfball des eingerückten Vargas aus dem Netz fischen musste (41.). 

Der künftige Neuzugang Taiwo Awoniyi saß am Sonnabend schon auf der Tribüne in der Alten Försterei.  Foto: Matthias Koch

Augenzeuge des Geschens war auf der Tribüne übrigens der 23-jährige Taiwo Awoniyi, der auf Leihbasis vom FC Liverpool kommen wird. Vergangene Saison stand der 1,83 m große Nigerianer im Kader des FSV Mainz. Für die Rheinhessen erzielte er ein Tor in 12 Spielen. Deutschlanderfahrung sammelte er zudem 15/16 beim FSV Frankfurt in der 2.Liga. 

Mit einem weithin vernehmbaren „Attacke“ von der Tribüne wurde ein Reboot nach der Pause versucht. Urs Fischer implementierte dann auch noch Max Kruse und Credric Teuchert (71.) als Failure-Schutzprogramm in die Software. Ingvartsen rückte nach rechts, Kruse in die Schaltzentrale. Und siehe da, auf einmal lief es weniger ruckelig. Christopher Lenz passte flach in die Mitte, Teuchert ließ klug durch und in der Mitte stand Marius Bülter goldrichtig. 1:1 nach 75 Minuten. Geht doch. 

Stimmung in der Alten Försterei. Auch wenn nur 4500 Besucher rein durften. Doch die machte Michael Gregoritsch mit einem Kopfball schnell wieder zunichte. 2:1 für die Fuggerstädter (82.). Teuchert prüfte mit einem Kopfball noch einmal Gikiewicz, doch dann hieß es nach einem Blackout von Niko Gießelmann  endgültig System error, als André Hahn auf 3:1 (89.) für die Gäste stellte.  

„Insgesamt nicht unser Spiel. Liegen dann 1:0 hinten, kommen dann zum Ausgleich. Haben dann eigentlich das Momentum auf unserer Seite. Dann darfst du das Spiel so nicht wieder aus der Hand geben. An Tagen wie diesen musst du dann erst mal so ein 1:1 halten. Um am Ende vielleicht noch einen lucky punch zu setzen“, ärgerte sich Max Kruse über sein verpatztes Debüt für die Eisernen..