Zunge raus und losgejubelt. Sven Michel (r.) feiert sein Tor zum 1:0 für Union bei Union Saint-Gilloise. Janik Haberer ist erster Gratulant.
Zunge raus und losgejubelt. Sven Michel (r.) feiert sein Tor zum 1:0 für Union bei Union Saint-Gilloise. Janik Haberer ist erster Gratulant. Foto: Imago/Panoramic International

Eisern! So macht Europa richtig Spaß! Der 1. FC Union ist nicht nur weiter dabei, er bleibt auch in der Europa League.

Das 1:0 (1:0) bei Gruppensieger Royale Union Saint-Gilloise ist der vierte Sieg in der Gruppe und manifestiert Rang 2 hinter den Belgiern. Jetzt können Gegner wie Juventus Turin, Ajax Amsterdam oder der FC Barcelona in die Alte Försterei kommen.

Besser kann’s nicht beginnen als mit dem Führungstor. Sven Michel, für den zuletzt nicht so durchsetzungsfähigen Jordan Siebatcheu in der Startelf, hält seinen linken großen Zeh in eine Eingabe von Sheraldo Becker und zirkelt den Ball ins untere rechte Eck – der Traumstart für einen Verbleib im zweithöchsten Klubwettbewerb Europas ist in Minute sieben perfekt.

Das frühe 1:0 in der 7. Minute hilft dem 1. FC Union

Aber es ist ziemlich früh für das perfekte Resultat, das ein 1:0 ja in mehrfacher Hinsicht wäre und am Ende auch ist. Erstens genügt ein Dreier sicher für das große Ziel, zweitens haben die Wuhlheider ihre drei Spiele zuvor eben mit diesem knappsten aller Siege gewuppt. Es ist ruhig im Stadion, auch weil Eisern-Fans ausgeschlossen sind und ein Eilantrag auf Aufhebung des Betretungsverbot abgeschmettert wurde.

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Selbst ohne Support – erst in Halbzeit 2 haben sich vielleicht 50 Anhänger doch auf wundersame Weise Einlass verschafft – machen die Eisernen ihr Ding. Danilho Doekhi und Diogo Leite versuchen sich nach Eckbällen von Christopher Trimmel, Becker setzt einen Distanzschuss zu hoch an (21.) und Michel kann eine flache Eingabe des Flügelflitzers nicht erreichen (27.). Diese Phase macht richtig Laune.

Auf der anderen Seite beherrscht die Defensive um Robin Knoche das Geschehen. Allein Simon Adingra kommt frei durch, doch Frederik Rönnow packt sich in den Schuss (41.). Dumm nur, dass sich der Schlussmann dabei am Oberschenkel verletzt, bis zur Halbzeitpause durchhält, dann aber Platz machen muss für Lennart Grill. Noch blöder ist, dass Adingra im Abseits gestanden hat und ein Treffer nicht gezählt hätte.

Trainer Urs Fischer verändert das Team vom 1. FC Union auf drei Positionen

Die Eisernen, gegenüber dem 2:1 in der Bundesliga gegen Mönchengladbach auf drei Positionen verändert (außer Michel sind es Genki Haraguchi für Andras Schäfer und Christopher Trimmel für Tymoteusz Puchacz), sind gut dabei. Zwar ist Grill noch nicht gleich auf Betriebstemperatur, kratzt aber einen Flachschuss von Bart Nieuwkoop aus dem kurzen rechten Eck (59.).

Gift ist ohnehin in der Partie und nicht immer zeigt der lettische Schiedsrichter Andris Treimanis das notwendige Fingerspitzengefühl, sonst hätten neben Becker auch Royale-Kapitän Teddy Teuma und Ismael Kandouss für das Drüberhalten ihrer Sohle Gelb sehen müssen. Trotzdem behalten die Eisernen kühlen Kopf, machen die Räume dicht und lassen die Belgier kaum zu strukturierten Angriffen kommen.

Allerdings lassen die Köpenicker bei Kontermöglichkeiten ebenso den Zug zum Tor vermissen. Becker hat die dicke Gelegenheit, für noch mehr Ruhe zu sorgen, bleibt aber an Anthony Moris hängen, dem Luxemburger im Kasten der Belgier (61.) und schließt viel zu überhastet ab (87.).

Eine Schrecksekunde bleibt doch noch, aber da steht Knoche vor der Torlinie wie ein Fels, rettet mit der Brust gegen Victor Boniface (88.). Der Rest ist nach drei Minuten Nachspielzeit rot-weißer Jubel.

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