Urs Fischer gefällt ganz und gar nicht, was er in Hälfte zwei gegen Stuttgart von seinem 1. FC Union zu sehen bekam. Foto: Imago/Pressefoto Baumann

Urs Fischer ist nicht der Typ für mystische Dinge und auch nicht für Klamauk. Schon gar nicht, wenn es um Fußball geht. Über einen möglichen Stuttgart-Fluch seines 1. FC Union wollte der Trainer auch nach dem dritten Last-Minute-Ausgleich der Schwaben gegen die Eisernen in der Bundesliga nicht ernsthaft reden. Das späte 1:1 ärgerte ihn schon genug.

Es wäre so einfach, die Legende zu stricken, dass Union nach dem durch zwei Remis gegen die Schwaben in der Relegation 2019 gesicherten Erstliga-Aufstieg nun zu späten Punkteteilungen gegen die Ländle-Kicker verdammt ist.

Urs Fischer ist mächtig enttäuscht

Auch im Hinspiel hatte der VfB in der 90. Minute einen Rückstand nach einem Tor von Taiwo Awoniyi noch ausgeglichen. Auch Sasa Kalajdzic hatte die Eisernen einst sogar mit einem späten Doppelpack geärgert. Diesmal reichte ein Tor des Österreichers für Verdruss.

Fischer weiß, dass die aktuellen Probleme der Eisernen aber rein sachlicher Natur sind und nicht auf Spiele gegen Stuttgart beschränkt. „1:0 in Führung zu sein und nur versuchen, das Ergebnis über die Zeit zu retten, das ist ein enges Resultat. Dann musst du nicht allzu enttäuscht sein, wenn du ein Tor bekommst“, trug Fischer vor. Die Enttäuschung war ihm mehr als deutlich anzumerken.

Ohne Max Kruse 14 Punkte weg

„Schade, wir hätten gerne die 40 Punkte festgemacht. Es ist uns leider nicht gelungen“, hob Fischer auf die diesmal noch knapp verfehlte Nicht-Abstiegs-Zählermarke ab. 38 Punkte hat Union auf dem Konto. Ehrlicherweise hätte der 56-Jährige natürlich sagen müssen, dass es schade sei, schon wieder zwei Punkte im Kampf um einen erneuten Platz im Europacup verschenkt zu haben.

14 mögliche Zähler hat Union seit dem Fortgang von Max Kruse Ende Januar in der Bundesliga nicht geholt. Fischer dürfte es nun als Fortschritt werten, dass diesmal immerhin über den einstigen Stürmerstar kein Wort mehr verloren wurde.

Taiwo Awoniyi sucht die Form

Taiwo Awoniyi fehlt momentan das Zielwasser bei seinen Torschüssen. Foto: Imago Images/Price

Sinnbildlich war, dass Awoniyi mit seinem Handelfmetertor (41.) mit nun 16 Toren für Union als Rekordtorschütze mit Kruse wieder gleichzog. „Er hat hart gearbeitet“, sagte Fischer über Awoniyi, der seit der Rückkehr vom Afrika-Cup noch seine Bestform sucht.

Den kollektiven Spannungs- und Leistungsabfall in der zweiten Halbzeit gegen einen bis dahin komplett kontrollierten Gegner konnte auch der Nigerianer nicht verhindern. Fischer: „Es gilt, zu analysieren, wieso wir nicht mehr den gleichen Mut hatten.“

Beim FC Bayern ist Mut gefragt

Denn Mut über volle 90 Minuten wird sein Team im nächsten Spiel (Sonnabend, 18.30 Uhr) dringend brauchen. Denn die Erfahrung zeigt: Wer bei den Bayern die Hosen voll hat, der wird abgeschossen.

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