Guckt beim 1. FC Union weiter genau hin und fiebert dem Pokal-Kracher bei RB Leipzig entgegen: Köln-Trainer Steffen Baumgart. Foto: Imago

Steffen Baumgart steckt in der eisernen Zwickmühle. Der Coach des 1. FC Köln ist bekanntlich dem 1. FC Union sehr verbunden. Entsprechend fiebert Baume dem Pokal-Kracher bei RB Leipzig (Mittwoch, 20.45 Uhr, ARD) entgegen – und befindet sich damit zwangsläufig in einem Gefühls-Dilemma, wie er dem KURIER verrät. Steffen Baumgart: Privat bin ich für Union, beruflich für Leipzig.

„Das ist wieder etwas für die Geschichtsbücher“, freut sich Baume über die eiserne Pokalreise. „Im Halbfinale hat man gegen eine sehr gute Leipziger Mannschaft die Chance auf das Finale. Wenn sie es nicht schaffen, war das trotzdem ein geiles Pokaljahr. Aber Union muss man erst mal schlagen.“

Gelingt die Sensation, weiß Baumgart, was in Berlin los ist: „Wenn sie es schaffen, steht die ganze Stadt Kopf.“

Steffen Baumgart drückt Hertha die Daumen

Das war zuletzt beim Derby gegen Hertha so. Wie bereits Union-Kapitän Christopher Trimmel, drückt auch Baumgart, nach dem 3:1 in Gladbach selbst frischgebackener Derbysieger, dem Rivalen aus dem Westen im Abstiegskampf die Daumen – als Fußball- und als Berlin-Fan, aber natürlich durch die eiserne Brille. Baume: „Persönlich würde ich mich freuen, wenn sie drinbleiben. Wenn man das Spiel gegen Union gesehen hat, muss man sagen, das war ein geiles Derby, das Berlin braucht und das Berlin im Moment ausmacht.“

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Derbysieger: Köln-Trainer Steffen Baumgart feierte den 3:1-Sieg bei Borussia Mönchengladbach ausgelassen mit den Fans.

Dass Union Hertha den Rang abgelaufen hat, ist für den 50 Jahre alten Baumgart vor allem der Verdienst von Cheftrainer Urs Fischer. „Du musst es erst einmal bei einem Verein wie Union hinbekommen, vier Jahre so kontinuierlich gut zu arbeiten. Ich wüsste nicht, welcher Trainer es geschafft hätte, da komplett ohne Schramme durchzukommen“, staunt Baumgart, der als Mittelstürmer von 2002 bis 2004 für Union auf Torejagd ging und dem Lob noch ein Kompliment hinterherschiebt: „Über Urs etwas zu sagen, das er nicht kann, ist schwer.“

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Unions Pokalreise für Baumgart eine Zwickmühle

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Steffen Baumgart und Urs Fischer kennen und schätzen sich, duellierten sich zuletzt am 1. April an der Alten Försterei, als Union gegen Köln mit 1:0 gewann.

Apropos Fischer: Mit dem Schweizer telefoniert Baumgart immer mal wieder: „Wir gratulieren uns bei außergewöhnlichen Leistungen, aber wir unterhalten uns auch, weil es eine gegenseitige Sympathie gibt. Ich freue mich einfach darüber, was er mit dem Verein leistet. Es ist schön, zu sehen, was gute Arbeit ausmachen kann.“ Das gilt natürlich auch für Baumgart, der Köln vom Abstiegskandidaten zu einem Europa-Aspiranten geformt hat.

Gut möglich, dass Baume auch am Donnerstag zum Hörer greift, um Fischer zum Einzug ins Pokalfinale zu gratulieren. Das würde von ganzem Herzen kommen – selbst wenn es ihm und dem Effzeh wehtun würde. Baumgart mit einem Lachen: „Für uns wäre es aber besser, wenn Leipzig reinkommt, weil meine Chancen auf Platz sieben mit Köln größer sind.“

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