Gut, dass Unions Keeper Andreas Luthe (M.) auf diesem Bild nicht noch einen weiteren Kollegen drauf hat. Nicht, dass sich da noch einer verkrümelt wie zuvor Robert Andrich und jetzt eben Marvin Friedrich (r.). imago/Sven Simon

Es ist Spiel eins nach X! Wieder einmal. Und wieder heißt der Gegner Hoffenheim. Wie schon in der Hinrunde werden die Kraichgauer an diesem Sonnabend zum Prüfstein für den 1. FC Union, wie gut der den Abgang eines Leistungsträgers verkraftet hat. Die Antwort drauf gibt es ab 15.30 Uhr im Stadion An der Alten Försterei. 

Nur zur Erinnerung: Im August des Vorjahres wechselte Robert Andrich nach dem ersten Spieltag nach Leverkusen. Beim 2:2 in Sinsheim zeigten sich die Eisernen in Runde zwei unbeeindruckt vom Verlust ihres aggressive leaders

Nun das Spiel eins nach Marvin Friedrich. Am zweiten Rückrundenspieltag. Und die TSG kann erneut hautnah und live miterleben, wie stabil das Gesamtgebilde 1. FC Union im Kollektiv ist.

Fischer will Vertrauen schenken

Befürchtungen, dass sich der Abgang des Abwehr-Asses rächen könnte, herrschen bei den Eisernen nicht. Auch wenn man das alles bedauert. „Marvin war ein Führungsspieler mit den meisten Einsätze in der ersten Liga für Union und mit einer tollen Entwicklung. Er hat er immer wieder Schritte gemacht. Er war eine Bank in der Dreier- oder Viererkette. Natürlich schmerzt dieser Abgang. Es gilt, diesen vergessen zu machen. Und wir haben Spieler, die das auffangen können. Denen müssen wir das Vertrauen schenken“, so Trainer Urs Fischer. 

Natürlich ist man an der Wuhle ein kleines bisschen enttäuscht. Und die Eisernen haben Friedrich ja alles andere als vom Hof gejagt, es war dessen ausdrücklicher Wunsch, zu wechseln. „Union hat ihn ungern abgegeben“, verriet Gladbachs Manager Max Eberl bei kicker.tv, der Friedrich als Ersatz für Matthias Ginter – wahrscheinlich zu Inter Mailand – fest eingeplant hat. 

Fischer ist nicht gefrustet

Die Großen fressen eben die Kleinen. Und Fischer kennt das Geschäft, lamentiert daher nicht groß rum. Er sieht solche Transfers auch ein Stück weit als Wertschätzung für seine Arbeit. Neben Andrich und Friedrich hatte Union in den Vorjahren ja auch schon die beiden absoluten Leistungsträger Christopher Lenz und Sebastian Andersson abgeben müssen.

„Frustriert bin ich nicht. Ich glaube, es ist für alle ein Kompliment, dass wir vieles richtig machen“, sagt Urs Fischer. „Wenn ein Größerer kommt, ich glaube schon, dass man das bei Gladbach sagen muss, dann ist das eben so“, so der Schweizer Fußballlehrer.

Hinterhertrauern ist nicht in Köpenick. Fischer widmet sich voll und ganz schon der kommenden Aufgabe. Und die hat es in sich. Wenn man die letzten sieben Spiele nimmt, ist Hoffenheim mit 17 Punkten die erfolgreichste Mannschaft. „Sie sind defensiv sehr stabil und kompakt. Im Spiel mit dem Ball versuchen sie, immer wieder zu locken. Sie machen es im Moment wirklich sehr gut. Es wird eine schwierige Aufgabe. Wir werden aber versuchen, die Partie zu gewinnen“, versprach der Chefcoach der Eisernen. Auch ohne Friedrich!

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