Der Spiderman von Köpenick: Union-Stürmer Sheraldo Becker hat nun das Geheimnis hinter seinem extravaganten Torjubel gelüftet. Foto: dpa

„Spiderman, Spiderman“, hallte es nach Unions Machtdemonstration bei Hertha BSC immer wieder durch die Katakomben des Olympiastadions. Ganz klar: Sheraldo Becker ist bei den Eisernen der Mann der Stunde, sein Torjubel nicht nur bei den Mitspielern in aller Munde.

In der 74. Minute war es am Sonnabend wieder so weit: Becker, von Andras Schäfer nach dessen Balleroberung mit einem Steilpass bedient, nagelte den Ball zum vorentscheidenden 3:1 für Union ins Hertha-Tor.

Danach folgte Beckers Jubel-Zeremonie: Der Holländer drehte ab in Richtung Seitenlinie, stütze sich auf sein linkes Knie, streckte beide Arme in die Luft und imitierte mit seinen Händen die Spiderman-Geste, mit der der Superheld Spinnweben aus dem Handgelenk schießen kann.

Unions Becker auf Aubameyangs Spuren

Foto: AFP
Hertha erlegt und seine Kinder glücklich gemacht: Unions „Spiderman“ Sheraldo Becker.

Becker wandelt damit auf den Spuren des Ex-BVB-Angreifers und heutigen Barcelona-Stars Pierre-Emerick Aubameyang, der sich zu seiner Bundesligazeit nach seinen Toren die Spiderman-Maske aufsetzte. Und ein bisschen erinnert Becker an Sprint-König Usain Bolt, dessen Fabelzeit von 9,58 Sekunden über 100 Meter bei der WM 2009 in Berlin nur unweit von Beckers Jubelort auf der blauen Tartanbahn des Olympiastadions bis heute Bestand hat. Die Bogenschützen-Geste des Jamaikaners ist ja so ähnlich wie bei Spiderman.

Aber warum jubelt Becker so? „Ich mache das für meine Kinder. Sie mögen es, wenn ich treffe und so jubele“, erklärt der Angreifer, der mit seiner Freundin Kelly Loef vergangenes Jahr das erste gemeinsame Kind bekam, nach dem 4:1-Derbysieg.

Die Familie ist sein großes Glück, der Rückhalt half ihm durch seine schwere Anfangszeit in Köpenick. In seinem dritten Jahr und insbesondere nach dem Abgang von Max Kruse dreht Becker bei Union so richtig auf.

Wechselfrust treibt Unions Becker an

So sehr, dass ihn auch der kurze Wechselfrust der Vorwoche, als er Trainer Urs Fischer nach seiner Auswechslung fast den Handschlag verweigerte, nicht aus dem Tritt bringt, sondern eher antreibt. „Wir haben gekämpft, Gesicht gezeigt, waren aggressiv und fokussiert. Deswegen haben wir gewonnen“, freute sich Becker über den dritten Derbysieg der Saison.

Dass er dabei kaum einen Satz zu Ende sprechen konnte, ohne das ihm ein Union-Kollege kräftig auf die Schulter klopfte oder jemand laut „Spiderman, Spiderman“ rief, machte den Abend für Becker nur schöner.

Lesen Sie hier mehr über die Eisernen >>