Sinnbild: Die Schweden parken den sprichwörtlichen Bus vor ihrem Gehäuse. Foto: imago/Bagu Blanco

Mitfavorit Spanien ist in seinem Auftaktspiel bei der Fußball-EM nicht über ein 0:0 gegen Schweden hinausgekommen. Die Mannschaft von Trainer Luis Enrique war am Montag in Sevilla zwar die spielbestimmende Mannschaft, konnte ihre vielen Chancen aber nicht nutzen.

Bei beiden Teams hatte es im Vorfeld Corona-Wirbel gegeben. Nach einem Positivtest von Kapitän Sergio Busquets und einer falschpositiven Probe von Diego Llorente konnten die Spanier gut eine Woche nur Einzeltraining bestreiten. Bei den Schweden waren Dejan Kulusevski und Mattias Svanberg wegen positiver Corona-Tests ausgefallen.

Ex-HSV-Star Berg verschenkt den Sieg

Steineklopfen war angesagt für die Iberer. Über 80 Prozent Ballbesitz gegen defensiv gut gestaffelte Schweden in Durchgang eins, ein halbes Dutzend Chancen, aber kein Tor. Das wäre hingegen fast den Skandinaviern kurz vor der Pause gelungen. Der Ex-Dortmunder Alexander Isak lässt am rechten Fünfmetereck Aymeric Laporte aussteigen und haut aus spitzem Winkel drauf. Marcos Llorente rettet kurz vor der Linie, der Ball springt aber an den den Pfosten und von dort zu Keeper Unai Simón (41.). Hätte den Spielverlauf auf den Kopf gestellt. 

Nach Wiederanpfiff suchten die Blågult (die Blau-Gelben) durchaus auch mal ihr Heil ganz vorne, Spanien zu passiv. Nach einer tollen Aktion von Isak muss Marcus Berg nur noch den Fuß hinhalten, aber er versemmelt das Ding (60.). Alte HSV-Schule möchte da mancher süffisant anmerken. 

In der Schlussviertelstunde schaltete „La Furia roja“ dann doch noch mal einen Gang hoch. Power play der Spaniener, Schweden hängt in den Seilen. Gerard Moreno hätte bei seinem Kopfball die Iberer fast erlöst (90.), doch wie schon vor der Pause zeigte Schwedens Keeper Robin Olsen, dass er sein Fach beherrscht.  

Nach dem Auftakt werden die Diskussionen auf der Halbinsel neu entflammen, warum Luis Enrique keinen einzigen Spieler von Real Madrid nominiert hat.