Zentraler Baustein auf Unions Weg zu einem ausgebauten Stadion: die S-Bahn-Station Wuhlheide. imago/Hohlfeld

Sie hoffen. Oder geben besser gesagt die Hoffnung nicht auf, wie auf der Hauptversammlung von Unions Stadionbetriebs AG zu erfahren war. Auch wenn es Zeitverzögerung beim Ausbau des Stadions An der Alten Försterei gegeben hat. Noch in diesem Jahr soll es weitergehen, wollen die Eisernen das Bebauungsplanverfahren für den Ausbau ihres Fußball-Tempels auf ein dann 37.000 Besucher fassendes Schmuckstück in den Händen haben, visieren das Frühjahr 2023 für den ersehnten ersten Spatenstich an.

Dirk Thieme, Präsidiumsmitglied des Klubs und Boss der Stadionbetriebs AG, räumte ein, dass die bisherigen Zeitpläne recht gedehnt wurden. Zumindest mehr als Union lieb war. „Aber das liegt nicht unbedingt in der Schuld der Senatsverwaltung, auch wenn Corona da die Arbeitsprozesse nicht beschleunigt hat. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen“, sagte Thieme, der im Volksmund auch Papa Stadion genannt wird.

Fußweg zur Alten Försterei verlängert sich um 500 Meter

Das Verkehrskonzept, so war in der Schlosserlounge der Alten Försterei zu erfahren, sei eingereicht und werde im Senat geprüft. Damit verbunden seien Abstimmungen beim Bau der Westumfahrung. Dann erst könnten Verkehrs- und Lärmgutachten erstellt werden. Auch der Neubau der Pyramidenbrücke hinter dem Stadion sorgt für Komplikationen. Zusätzlich braucht es eine Straßenbahnwendestelle im Verlauf der Straße An der Wuhlheide. „Das ist alles sehr komplex und bisschen wie beim Dominoprinzip. Stößt man einen Stein an, dann kommen die Dinge ins Laufen“, so Thieme verhalten optimistisch.

Zentraler Baustein in den Planungen der Köpenicker bis zur Fertigstellung des S-Bahnhofs Köpenick als Regionalbahnhof ist nun die S-Bahnstation Wuhlheide. Von dort aus sollen Unionfans künftig ins Ballhaus des Ostens pilgern. Die Idee das Ganze per Shuttleservice vonstatten gehen zu lassen, ist aber vom Tisch, weil die Tragkraft der Köpenicker-Allee-Brücke das nicht zulässt. Also ist der Anmarsch auf Schusters Rappen geplant. Was auch nicht viel weiter ist als der Weg vom S-Bahnhof Köpenick in die Alte Försterei. Auf 500, 600 Meter  mehr Fußmarsch veranschlagen die Bosse der Eisernen die Strecke.

Rudolf-Rühl-Allee als Anmarschweg für die Fans

Möglich wäre das – und ökologisch noch sauberer –, wenn man keinen neuen Weg durch den Forst baut. Wie nachhaltig auch immer der gedacht sein könnte. Sondern die bestehende Rudolf-Rühl-Allee südwärts vom S-Bahnhof Wuhlheide zur Aufmarschstraße macht und an Spieltagen für ein paar Stunden für den Autoverkehr sperrt. Vielleicht nicht der Stein der Weisen. Aber machbar. Und bei durchschnittlich 17 Heimspielen unter Vollauslastung in einem Kalenderjahr – also in 52 Wochen –  auch zumutbar. Zudem wollen die Eisernen auf einer Fläche von rund 5000 Quadratmeter weitere 4600 Fahrradstellplätze in Stadionnähe hinter der Kneipe „Abseitsfalle“ und der Hämmerlingsporthalle bauen.

Natürlich muss der S-Bahnverkehr ostwärts künftig in einer dichteren Taktung fahren. Unabhängig vom reduzierten Verkehr nach Erkner durch den Umbau der S-Bahnstation Köpenick. Möglich machen könnte das eine Weichenverbindung bei der Station Wuhlheide. Dort sollen die aus der Innenstadt einrollenden Züge enden und zwei Minuten später den Bahnhof wieder gen Westen verlassen.

Die Pläne für den ganzen Komplex inklusive überarbeiteter Idee für das Stadion und das neue Trainingszentrum auf den Kunstrasenplätzen hinter der Hämmerlingsporthalle will Union noch diesen Sommer vorstellen. Klingt spannend!

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