Joel Pohjanpalo feierte ein Debüt nach Maß für Union. Foto: O. Behrendt

Er kam, sah und stocherte den Ball ins Netz! An einem normalen Abend wäre das Debüt von Joel Pohjanpalo für die Eisernen ein echter Knaller gewesen. Aber was war schon normal bei diesem 4:0 gegen den FSV Mainz 05. Dennoch war Pohjanpalos erster Union-Einsatz ein Hingucker – allein schon weil der Finne keinen Augenblick vergeudete, um seine Torgefahr unter Beweis zu stellen.

Doch der Reihe nach. Zunächst nahm der Nationalspieler auf der Bank Platz, schließlich war er erst am Mittwoch zur Mannschaft von Trainer Urs Fischer gestoßen. „Ich bin in Berlin angekommen, habe mit dem Team trainiert, das ging alles ganz schnell“, berichtete der Finne nach dem Spiel. Auch deshalb ließ ihn Fischer zunächst noch nicht von Beginn ran, er sollte sich ja erst mal akklimatisieren.

Diese Schonfrist brauchte der Nordmann aber gar nicht. Denn nur 35 Sekunden nach seiner Einwechslung tankte sich der ebenfalls als Joker gebrachte Marius Bülter auf der linken Seite durch, legte auf Christopher Lenz ab, der den Ball, leicht abgefälscht, in den Strafraum brachte, wo ihn Pohjanpalo irgendwie reinstocherte. Erster Ballkontakt, erstes Union-Tor. „Das war ein überragender Moment, der beste Anfang, den man sich vorstellen kann“, schwärmte der Torjäger.

Beim Blitztreffer geholfen hatten aber auch die eisernen Fans im Stadion An der Alten Försterei, die der Finne im Nachgang noch einmal explizit lobte. „Wie viele waren hier heute drin, nicht mal 5000, oder?“, fragte er und präzisierte schließlich: „Das hat sich angefühlt, als wären es 20.000 gewesen, unglaublich.“

Unglaublich war allerdings auch die Wucht, mit der Pohjanpalo von Anfang an auf dem Rasen einschlug. Auch danach schaufelte er seinen Mitspielern mit seiner körperlichen Präsenz Räume, in die sie immer wieder stoßen konnten. Man kann nur erahnen, wie perfekt ein eingespielter Doppelsturm aus dem kreativen Max Kruse und dem Goalgetter Pohjanpalo funktionieren könnte.

Eine kleine Stichelei gab’s zum Traumdebüt übrigens auch. Union-Kapitän Christopher Trimmel schrieb auf Instagram: „Was für ein Tag. Glückwunsch Pohjanpalo, 35 Sekunden... Hoffentlich bist du nur auf dem Feld so schnell.“ Kein Wunder, dass nach diesem tollen Debüt die Laune bei den Eisernen bestens ist.