Der 1. FC Union bejubelt eins seiner sechs Tore beim Kantersieg auf Schalke.
Der 1. FC Union bejubelt eins seiner sechs Tore beim Kantersieg auf Schalke. AFP/Ina Fassbender

Der Wahnsinn hat einen Namen: 1. FC Union. Die Nüchternheit auch einen - Urs Fischer. So ordneten die Eisernen ihren historischen Auswärtssieg – höher gewannen die Köpenicker nur in fernen Nachwendetagen 1992 beim 8:0 in der Oberliga Mitte 1992 in Thale – auf Schalke ein.

„Es wird wichtig sein, dieses Resultat richtig einzuordnen. Die 3:1-Pausenführung war eher glücklich, Schalke war in der ersten Hälfte besser im Spiel, aggressiver, agiler als wir. Was gut war: Wir waren sehr effizient. Nach dem 4:1 ging das Spiel wirklich in eine Richtung, zum Schluss war es ein zu hohes Resultat“, so Trainer Urs Fischer, der wie immer kein Freund von überbordender Euphorie ist. 

Union-Manager Oliver Ruhnert sucht nicht das Haar in der Suppe

Etwas weniger selbstkritisch ging Unions Manager Oliver Ruhnert an die Sache heran: „Wenn du auswärts in der Bundesliga 6:1 gewinnst, musst du dir keine Gedanken machen, irgendwas zu finden. Man kann sicherlich über die erste Halbzeit sprechen, da waren wir die glücklichere Mannschaft. Schalke hat es nicht schlecht gemacht. Aber mit dem 4:1 haben wir ihnen den Stecker gezogen“, so der 50-Jährige bei Sky. „Wer das Spiel gesehen hat, der hat auch gesehen, dass es sehr effektiv von uns war. Fast jeder Schuss war ein Treffer. Einer war, glaube ich, noch an der Latte“, so das Schalke-Mitglied.

Auch Janik Haberer, der sein erstes Tor für die Eisernen erzielte und dabei seinen alten einstigen Kollegen aus Freiburger Zeiten, Ex-Herthaner Alexander Schwolow, mächtig düpierte, gab interessante Einblicke. Wir wollten unbedingt heute hier punkten. Natürlich dreifach. Aber wäre es nur ein Punkt gewesen, wären wir auch nicht unzufrieden gewesen. 

Janik Haberer und der 1. FC Union freuen sich über Punkte-Polster

Auswärts einen Punkt, zu Hause drei Zähler - das ist das Holz aus dem Spitzenmannschaften geschnitzt werden. Und dahin scheinen sich die Eisernen in ihrem vierten Bundesligajahr zu entwickeln.

„Der Spielverlauf lief einfach heute für uns. Schalke kann auch in Führung gehen. Dann kann es sein, dass es anders läuft. Aber kurz nach der Halbzeit das 4:1 – da haben wir alles klar gemacht“,  so der Ex-Freiburger. „Für uns war wichtig, das wir uns jetzt schon mal ein Polster erarbeitet haben, bevor die englischen Wochen beginnen“, zeigte sich der 28-Jährige als gelehriger Urs-Fischer-Schüler – immer schön sachlich bleiben. Nie die Bodenhaftung verlieren.

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