Taiwo Awoniyi bejubelt seinen Treffer zum 2:0 gegen Gladbach. Es eilen als Gratulanten herbei Max Kruse, Nico Gießelmann und Christopher Trimmel. City-Press/Matthias Renner

Es gibt Spiele, von denen möchten man, dass sie nie enden. Der Kick an diesem Sonntag in der Alten Försterei zwischen dem 1. FC Union und Borussia Mönchengladbach war so einer. Und er bescherte den Eisernen mit einem 2:1 (2:0) den erhofften Fußballfesttag. Der erste Saisonsieg ist unter Dach und Fach. Partytime in Köpenick.

Fußball zum Verlieben in der Alten Försterei. Wer ein Beispiel dafür braucht, dem sei die Entstehung des zweiten Köpenicker Treffers aus einer Kontersituation heraus empfohlen. Taiwo Awoniyi  profitierte von einem Stindl-Fehler, trieb die Kugel nach vorne, fand in dem mitlaufenden Max Kruse einen kongenialen Mitspieler und konnte mit dessen Zuspiel anschließend Gladbachs Keeper Yann Sommer umkurven und den Ball zur 2:0-Führung (41.) kurz vor der Pause einschieben. Staunender Augenzeuge war ausgerechnet Weltmeister Christoph Kramer, der zuvor von Kruse und dessen Zauberpass vernascht worden war.

„Krusoniyi“ schlägt wieder zu

„Im Moment funktionieren die beiden sehr gut. Sie riechen die Laufwege des Kollegen. Mit Max haben wir einen Spieler, der den letzten Pass spielen kann, der immer etwas Geniales einbringen kann“, hatte Trainer Urs Fischer sein Angriffsduo „Krusoniyi“ zuvor gelobt. „Die beiden verstehen sich blind“, sagte Niko Gießelmann über das Angriffsduo.

Zur Festagsstimmung trug natürlich neben zwei mit offenem Visier kickenden Teams der erste Treffer für die Hausherren bei. Den hatte zuvor Gießelmann per Kopf nach feiner Vorlage des quirligen Genki Haraguchi  erzielt (21.). Übrigens: Auch an der Szene war Kruse mitbeteiligt, der vor der Partie die Auszeichnung Unioner des Jahres erhalten hatte.

Max Kruse lobt Unions Tugenden

Natürlich mühte sich die Borussia nach der Pause noch zum Party-Crasher zu werden, was zum Unterhaltungswert der Partie erheblich beitrug. Doch die Köpenicker waren an diesem Tag nicht gewillt, sich die Schirmchengetränke noch aus den Händen nehmen zu lassen. Angefeuert von den Rängen hielten sie mit aggressivem Pressing und guten Umschaltsituationen erfolgreich dagegen. Frei nach den Beastie Boys: You gotta fight for your right to party! Daran änderte auch der späte Anschlusstreffer von Jonas Hofmann nichts (90.+1).

„Was wir am Platz abgebrannt haben nach diesen beiden Englischen Wochen - unfassbar“, kommentierte Gießelmann. „Wenn es um Leidenschaft, Mentalität, Wille und Solidarität geht - dickes Komplimemt an die Jungs“, betonte Unions Trainer Fischer: „Es ist optimal für uns gelaufen.“

Mit nun fünf Punkten kletterte Union in die vordere Tabellenhälfte. Kruse: „Unsere Tugenden haben wir auf den Platz gebracht, das machen wir in jedem Spiel. Wir versuchen, alles reinzuwerfen.“

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