Hoffenheims  Trainer Sebastian Hoeneß lobt den 1. FC Union über den grünen Klee, will von  Außenseiter nix wissen. Foto: dpa

Ein bisschen ist es für den 1. FC Union, als würde der Fluch der guten Tat die Eisernen einholen. Das Understatement, das den Köpenickern seit Jahren in Fleisch und Blut übergegangen ist, wird vom Erfolg   untergraben. Die Favoritenrolle stets dem Gegner zuzuschieben wird für Trainer Urs Fischer immer schwieriger. So auch vor dem heutigen Gastspiel bei der TSG Hoffenheim (15.30 Uhr).

„Der kommende Gegner ist sehr stabil   unterwegs und mit allen Wassern gewaschen. Da müssen wir vorbereitet sein“, sagt TSG-Coach Sebastian Hoeneß und lässt sich trotz des eigenen 4:0-Starts beim FC Augsburg nicht blenden. Der 1. FC Union wird für ihn eine ganz knifflige Aufgabe.

Hoeneß lobt Union-Trainer Fischer 

Erst recht bestätigt in seiner Einschätzung fühlt sich Hoeneß durch den starken Auftritt der Unioner im Play-off-Hinspiel der Conference League. Das 4:0 der Eisernen in Helsinki gegen Kuopio PS passt dem 39-Jährigen perfekt in seine Warnungen vor dem Gegner. Unterschätzen wird kein Hoffenheimer die Unioner.

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Aber sie wissen auch nicht, was genau auf sie zukommt. Dank des proppenvollen Kaders kann Urs Fischer taktisch variieren, wie es der Schweizer so liebt. Auscoachen nennt man das in der Trainersprache und davon können einige Kollegen in den vergangenen zwei Jahren Bundesliga ihr Lied singen. Hoeneß meint genau das mit seinen Worten: „Sie sind mit allen Wassern gewaschen.“

Fischer selbst stört sich wenig daran, dass so manches Wegschieben der Favoritenrolle nur schwer glaubhaft scheint. Der Coach ist ein Meister der Defensive. Auch vorm Spiel in Hoffenheim. „Sie sind wirklich gut in die Saison gestartet. Wenn man sich das saisonübergreifend anschaut, dann haben sie neun Spiele nicht verloren“, rechnet Fischer vor und lobt den Gegner: „Sie sind eine Mannschaft, die alles mitbringt. Sie sind robust, suchen immer wieder eine spielerische Lösung und schaffen es auch, sich aus Drucksituationen zu lösen. Es erwartet uns eine schwere Aufgabe.“

Wie steckt Union die Doppelbelastung weg? 

Wie diese die Unioner lösen können, wissen sie. Mit eisernen Tugenden. Die wollen Max Kruse, Christopher Trimmel und Co. auch heute wieder auf den Rasen bringen. Mit 100 Prozent Einsatz und noch mehr Leidenschaft. Das haben sie verinnerlicht. Wenn Union keine 100 Prozent bringt, wird es verdammt schwer, gegen jeden Gegner zu bestehen.

Spannende Frage dabei wird, wie die Unioner Spieler die Doppelbelastung Europacup/Bundesliga innerhalb von drei Tagen wegstecken werden. Aber hier kommen die Anhänger wieder ins Spiel. Immerhin sind bis zu 750 Union-Fans in Sinsheim zugelassen. Kapitän Christopher Trimmel: „Das Stadion-Feeling gibt uns den Extra-Kick.“

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