Sheraldo Becker drehte gestern erste Runden wieder auf dem Grün. Foto: Matthias Koch

Als der Trainingstag gelaufen schien, kam auf einmal Bewegung an die Seitenlinie. Also dort, wo die wenigen professionellen Trainingskiebitze hinter der Barriere standen. Denn während der Gros der Truppe den Platz schon verlassen hatte, stand auf einmal Sheraldo Becker auf dem Grün.

Gut, Ballarbeit war für den Niederländer noch nicht drin. Aber die Knöchelprobleme scheinen behoben. Und alleine die Tatsache, dass er auf dem Rasen wieder ein paar Runden drehen konnte, zeigte, dass er nicht mehr weit davon entfernt ist, ins Mannschaftstraining einzusteigen. Wäre gut. Denn sein Geschwindigkeitsmoment war zuletzt schon arg vermisst worden. Der Holländer war nach einem ersten durchwachsenen Jahr zu einer echten Bereicherung geworden für das Spiel der Eisernen. 

Ingvartsen wird rausgenommen

Minuten zuvor hatten die Beobachter schon mal die Stirn gerunzelt. Denn ausgerechnet Marcus Ingvartsen, mit sieben Vorlagen derzeit der beste Vorlagengeber bei den Köpenickern noch vor Kapitän Christopher Trimmel (34), wurde auf einmal aus dem Training rausgenommen und absolvierte abseits der Kollegen ein Extraprogramm mit Co-Trainer Sebastian Bönig. Ein Grund zur Beunruhigung? „Nein, nein, alles okay. Normale Routine. Es werden jede Woche ein, zwei Spieler mal rausgenommen, um ein Extraprogramm zu absolvieren“, gab Ingvartsen Entwarnung. Normale, individuelle Trainingssteuerung also.

So weit zu den guten Nachrichten. Die schlechten sind aber auch vorhanden. Denn Niko Gießelmann fällt mehrere Wochen aus. In Freiburg hatte sich der Linksverteidiger bei seinem rotwürdigen Einsatz gegen den Koreaner Woo-Yeong Jeong  eine Schulterverletzung zugezogen. 

Ryerson wäre jetzt Gießelmann-Ersatz

Warum Union erst am Mittwoch mit der Nachricht über eine Schulterfraktur an die Öffentlichkeit trat, verwundert da schon ein bisschen. Dass die Eisernen zwei freie Tage hatten, kann da eigentlich nicht als Erklärung herhalten. Die Liebe der Fans und deren Bedürfnis nach Information ist 24/7 vorhanden. Zumal ein Foto des Ex-Düsseldorfers mit einer Armbinde schon am Sonntag von Cedric Teuchert in den sozialen Medien eingestellt worden war. Die Befürchtungen, dass der nächste Ausfall bevorsteht, machten also über 60 Stunden bereits die Runden.  

Trainer Urs Fischer wird der Ausfall nicht schmecken. Nun hat er kein Backup mehr für Christopher Lenz. Im Fall der Fälle müsste wohl wieder einmal Julian Ryerson einspringen. Denkbare Alternativen wären auch Marius Bülter nach hinten zu ziehen oder Nico Schlotterbeck auf diese Position vorzuschieben. Alles keine Ideallösungen, auch wenn sie beide das schon mal gespielt haben.