Sheraldo Becker markiert das Tor des Tages für den 1. FC Union beim 1.0 in Mönchengladbach.
Sheraldo Becker markiert das Tor des Tages für den 1. FC Union beim 1.0 in Mönchengladbach. Imago/Matthias Koch

Schlagt die Trommeln! Blast die Fanfaren. Der 1. FC Union ist wieder da. Allen Unkenrufen zum Trotz zeigten die Eisernen, dass mit ihnen bis zum Schluss zu rechnen sein wird. Dieses 1:0 (0:0) bei Borussia Mönchengladbach waren drei ganz wichtige Zähler auf dem Weg in die Königsklasse. Rang drei zurückerobert von Freiburg. Fünf Spieltage vor Schluss haben die Köpenicker jetzt vier Zähler Vorsprung vor dem auf Rang fünf liegenden Marketingprodukt einer österreichischen Getränkefirma, auch bekannt als RB Leipzig. Champions League, du bist so nah!

Da war er wieder dieser 1. FC Union, den alle Gegner über weite Strecken der Saison so verflucht hatten. Mit einer starken Organisation. Einer kompakten Abwehr und einer Geschlossenheit. Ständig bereit zu pressen und zu nerven. Und dann darauf aus, vorne seine Momente zu suchen (22. Behrens/28. Becker). 

Es ist schon erstaunlich, was alles auf einmal wieder so geht, wenn die Köpenicker tatsächlich sich mal in Ruhe und gezielt vorbereiten können auf ein Match, ohne unter der Woche ständig unterwegs zu sein. Die 2400 mitgereisten Unionfans – darunter rund 800 in einem Sonderzug, dem ersten seit Corona – hatten ihren Spaß. 

Der 1. FC Union zeigt wieder sein altbekanntes Gesicht

Die Hausherren wussten zwar mit Kombinationen zu gefallen. Doch manchmal konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie das Kombinieren um den Kombinieren Willens praktizierten. Wirklich gefährlich wurden sie in Durchgang eins nicht.

Und nicht zu gefallen wussten die Borussen einmal mehr in Person von Marcus Thuram, der weiter seine Unsitte des vorsätzlichen Herumschwalbens praktizierte. Zum Leidwesen von Aissa Laidouni, der nach einer solchen Aktion, die von dem ansonsten umsichtigen Schiedsrichter Martin Petersen Falsch gewertet wurde und für Unions Mittelfeldspieler einen Gelben Karton zur Folge hatte (33). 

Jubel bei den Kickern des 1. FC Union nach dem Treffer von Sheraldo Becker.
Jubel bei den Kickern des 1. FC Union nach dem Treffer von Sheraldo Becker. dpa/Federico Gambarini

Für den tunesischen Nationalspieler erst die Zweite in der laufenden Saison. Kevin Behrens hingegen kassierte seine fünfte Verwarnung und wird kommenden Sonnabend gegen Leverkusen (15.30 Uhr/Sky) passen müssen. Nun gut, wird dann wieder Jordan ran müssen. Oder Sven Michel. 

Der 1. FC Union legt in Durchgang zwei eine Schippe drauf

Auch in Durchgang zwei roch es eher für die Gäste nach Tor. Jerome Roussilon rutscht der Ball über den Schlappen (49.), Danilho Doekhi kann nach einem Standard die Kugel nicht kontrolliert spielen (53), Behrens wurde in letzter Sekunde noch abgeblockt (55.). Union war auf einmal auch das Team mit mehr Ballbesitz! 

Union das aktivere Team. Und die Belohnung folgte auf dem Fuße! Alle Neune für Sheraldo Becker, herrlich von Roussillon freigespielt und überlegt abgeschlossen - 1:0 (59.)!

Gladbach versuchte es mit einem Vierfachwechsel. Und natürlich gab es jetzt Zug nach vorne. Doch die Eisernen haben nicht umsonst eine der besten Abwehrreihen der Liga. Seit Sonnabend und dem 1:3 der Bayern in Mainz sogar mal wieder die Beste! Unüberwindbar an diesem Sonntagabend für die Borussen. Der erste Auswärtssieg der Eisernen seit dem 11. Februar, dem 2:1-Sieg in Leipzig. Union, lass dir knutschen.

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