Auf dem Weg in den Urlaub, aber auch auf dem Sprung zu einem anderen Verein? Sebastian Andersson vom 1. FC Union. Foto: Matthias Koch

Angedeutet hatte es Sebastian Andersson selber, als er im Frühjahr, kurz nach seiner vorzeitigen Vertragsverlängerung, bereits erklärte: „Wenn ich Union im Sommer verlassen will, kann ich das immer noch tun.“ Der eiserne Superstürmer (zwölf Saisontore) hat mit seinen 28 Jahren große Pläne. Ob er die allerdings in der Alten Försterei erleben will, oder doch lieber in England, bei Celtic Glasgow oder gar auf Schalke, wie der „Kicker“ vermutet, ist fraglich. Doch gerade deshalb hofft der KURIER: Sebastian, bitte bleib in Köpenick!

Klar ist: Für Unions Sportchef Oliver Ruhnert ist kein Spieler unersetzbar. Das haben die Beispiele Rafal Gikiewicz und Sebastian Polter zuletzt gezeigt. Doch bereits in der Aufstiegssaison war die Spielweise von Trainer Urs Fischers Eisernen so ausgelegt, dass der schwedische Knipser stets im Mittelpunkt des Geschehens stand. Häufig als Torschütze, noch häufiger als Fleißarbeiter an vorderster Front. Anderssons eindrucksvolle Luftzweikampf-Statistik von 260 gewonnenen Duellen (Leverkusens Sven Bender war mit 154 der Zweitbeste) erregte nicht nur in der Bundesliga Aufmerksamkeit. Urs Fischer müsste sein System neu erfinden, weil die Eisernen auf die Schnelle von zwei Monaten kaum einen zweiten Sebastian Andersson finden werden.

Doch auch der Schwede sollte nicht vergessen, was er an den Unionern hat. Hier stieg er zum Bundesligastar auf, absolvierte Länderspiele für sein Heimatland und kann seine Stärken vollends ausspielen. In Newcastle, Glasgow oder Gelsenkirchen müsste Andersson neu anfangen – und die Zuschauer können gerade bei diesen großen Traditionsklubs ungnädig sein, wenn es mal nicht so optimal läuft. In Köpenick könnte Sebastian zum Helden werden – wenn er nicht schon einer ist. Vorausgesetzt, er bleibt.