Robert Glatzel jubelt nach einem Treffer für den Hamburger SV. Jubelt er bald im Dress des 1. FC Union? dpa/Frank Molter

Helle Aufregung an der Elbe. Dem Hamburger SV droht sein Stürmer-Star Robert Glatzel abhandenzukommen. Obwohl der 28-Jährige einen Vertrag bis 2024 bei den Rothosen besitzt, kann er Herthas Relegationsgegner per Ausstiegsklausel für zwei Millionen Euro verlassen. Diese Option muss bis Ende Juni gezogen werden. Und eine heiße Spur führt nach Köpenick zum 1. FC Union. 

In Unions großem Theater-Stück von Jörg Steinberg gibt es den schönen, auf Ostzeiten gemünzten Satz „Dachpappe muss man kaufen, wenn es Dachpappe gibt“. Auf den gebürtigen Münchner Glatzel übertragen heißt das: Weil er per Ausstiegsklausel auf dem Markt ist und die mit rund zwei Millionen Euro im Schnäppchenbereich anzusiedeln ist, wären die Eisernen ja mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn sie sich mit der Personalie nicht beschäftigen würden.

Bei diesem Kopfballduell hat Hamburgs Robert Glatzel (M.) die Nase vorn. Doch insgesamt zog der HSV den Kürzeren gegen Hertha. dpa/Christian Charisius

Stand heute ist der 1. FC Union in der Abteilung Attacke ja eigentlich voll besetzt. Doch Stürmer aus dem Bundesliga-Unterbau zu verpflichten, hat ja schon Tradition bei den Köpenickern. Erinnert sei hier nur an Kevin Behrens (Sandhausen) und Sven Michel (Paderborn).

Ja, auch Andreas Voglsammer war ja eigentlich nur ein gestandener Zweitliga-Angreifer, auch wenn er mit Bielefeld mal ein Jahr lang in der Bundesliga mitmischte. Der gebürtige Münchner Glatzel passt also ins Beuteschema von Manager Oliver Ruhnert.

1. FC Union: Glatzel passt ins Beuteschema

Aber der 28-jährige Glatzel, der in der Spielzeit 20/21 in Mainz schon mal ein halbes Jahr Bundesligaluft schnupperte, auch wenn er da über den Status eines Ergänzungsspielers nicht hinauskam (13 Spiele/zwei Tore), war in der abgelaufenen Zweitligasaison so etwas wie die Lebensversicherung der Hamburger.

Seine 22 Buden, mit denen er Platz zwei in der Torjägerliste hinter Ex-Union-Star Simon Terodde belegte, hielten den am Ende gegen Hertha geplatzten Traum vom Wiederaufstieg an der Elbe lange am Leben.

Union könnte hier zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Eine starke Ergänzung des Kaders wäre Glatzel allemal. Und vielleicht sogar mehr! Quasi ein Ersatz für 15-Tore-Mann Taiwo Awoniyi, falls dieser dem Buhlen der englischen Klubs erliegen sollte.

Das wird wohl aber noch etwas auf sich warten lassen. Der englische Markt läuft traditionell erst spät heiß. Es wäre nicht ungewöhnlich, wenn Awoniyi beim 1. FC Union in die am 20. Juni beginnende Vorbereitung einsteigt und dann später noch auf die Insel wechseln würde.

1. FC Union: Glatzel mehr als Awoniyi-Ersatz

Die Ausstiegsklausel soll rund 20 Millionen Euro betragen. Selbst wenn Liverpool davon mit 10 Prozent profitieren würde, wäre das pekuniär gesehen ein Geschäft für den 1. FC Union, der vorigen Sommer rund 6,5 Millionen Euro an die Merseysider überwiesen hat für den Nigerianer.

Zurück zu Glatzel: Natürlich ist Union nicht allein im Ringen um den 1,93 Meter großen Mittelstürmer. Auch Ex-Klub Mainz 05 mischt mit. Doch da hat Glatzel ja nicht so die besten Erfahrungen gemacht. Union sollte hier die besseren Karten besitzen. Nicht nur wegen der erneuten Europa-Cup-Teilnahme.

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