Bruderduell des Vorjahres: Nico (l.) – hier noch im Freiburger Dress – versucht, seine Atze Keven zu bedrängen.  Foto: Matthias Koch

Sonnabend, 15.30 Uhr im Breisgau. Freiburg gegen Union. Zwei Kulttrainer (Streich hier, Fischer da) gegeneinander. Und womöglich ein Bruderduell – Keven gegen Nico! Schlotterbeck I versus Schlotterbeck II.

Ob es dazu kommt? Nico, jüngerer Bruder von Ex-Union-Innenverteidiger Keven, sieht die Voraussetzung dafür ganz gut. Sofern, so sein sofortiger Hinweis, die Trainer mitspielen. Selbstmurmelnd. Natürlich! Brav gebrüllt, Löwe! 

Die Fakten sprechen dafür. Nico hat seine Sperre abgesessen, könnte sofort wieder für Florian Hübner übernehmen. Seine Atze fehlte in der Vorwoche beim 0:0 der Breisgauer in Bremen. „Bei meinem Bruder sieht es relativ gut aus. Es waren kleinere muskuläre Probleme im rechten Oberschenkel. Er hätte vielleicht auch spielen können, aber man ist lieber kein Risiko eingegangen“, so der 21-Jährige. 

Nico will Revanche gegen Keven

Nico ist heiß drauf. Schließlich will er Revanche. „In Sommer haben wir Badminton gegeneinander gespielt. Er hat gewonnen. Muss ich vielleicht mal wiederholen“, zeigte er klassische Rivalität zwischen Brüdern, die zwar nicht gegeneinander im gleichen Klub ausgelebt werden soll, auch selten mit Wetten angeheizt, aber immer schon vorhanden war. Als Nico noch Juniorenspieler war, hatte Keven als junger Erwachsener körperliche Vorteile. Die haben sich inzwischen naturgemäß ein bisschen gelegt.

Das will er am Wochenende auch zeigen. Und wenn es um den Erfolg geht, kennt Nico keine Verwandten auf dem Feld. „Ich bin da der Gnadenlosere. Der Ältere gibt vielleicht immer ein bisschen eher nach, wenn es darauf ankommt. Aber ich würde ich ihn umhauen, wenn es nötig ist“, so der U21-Nationalspieler.

Ich schaue bei Ergebnissen immer nach unten.

Unions Nico Schlotterbeck

Natürlich träumt er davon, bei der EM Gas geben zu dürfen. Ungarn, Rumänien und Holland sind die Gegner in der Gruppenphase, die vom 24. bis 30. März über die Bühne gehen soll. 

Wichtiger wäre ihm allerdings, in der Liga wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden. Denn die letzten Resultate nerven. Und nach wie vor ist Schlotti II so erdverbunden, dass er die Mission Klassenerhalt als noch nicht vollendet ansieht. „Ich schaue bei den Ergebnissen immer, was die unten gemacht haben. Wenn die nicht gewonnen haben, dann freue ich mich“, so der gebürtige Waiblinger. Zwei, drei Siege noch, dann kann er auch auf die oben schauen, was die so machen. Aber erst dann!