1,90 m lang, kopfballstark, Führungsspieler! Der 1. FC Union kann sich auf Abwehrmann Danilho Doekhi (l.) freuen. imago/Pro Shots

Sie machen es schon wieder! Getreu der Devise: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Die Eisernen schlagen auf dem Transfermarkt schon kräftig zu, während andere sich noch mitten im Saison-Kehraus befinden. Der jüngste Zugang beim 1. FC Union passt da genau ins Bild. Von Vitesse Arnheim kommt deren Kapitän Danilho Doekhi zu den Köpenickern.

Der 23-jährige Innenverteidiger, der zunächst in seiner Geburtsstadt Rotterdam für Excelsior spielte, ehe er im Nachwuchs von Ajax Amsterdam anheuerte, ist nach Janik Haberer (Freiburg) und Paul Seguin (Fürth) bereits der dritte Neuzugang, den Union-Manager Oliver Ruhnert verpflichtet hat.

Maximal drei Spiele wird der 1,90 m große Abwehrspieler für den Klub aus der Provinz Gelderland – die namensgebende Stadt liegt übrigens nicht in den Niederlanden, sondern in Nordrhein-Westfalen – noch bestreiten. Die reguläre Spielzeit ist auch da vorbei. Aber Vitesse trifft in den Halbfinal-Spielen zur Conference-League-Quali zunächst auf den FC Utrecht (19. und 22. Mai) und würde sich im Erfolgsfall dann im Finale mit dem Sieger aus der Paarung AZ Alkmaar gegen Heerenveen (26. Mai) auseinandersetzen. Danach ist der Weg frei für drei Jahre in Köpenick.

Union will beim Start den Kader wieder komplett haben

Wie in den Vorjahren will man in Köpenick den Kader zum Trainingsstart am 20. Juni – los geht es mit den obligatorischen medizinischen Untersuchungen und dem Laktattest – möglichst komplett haben, weil es sich in den letzten vier Jahren als großer Wettbewerbsvorteil herausgestellt hat, dass Trainer Urs Fischer von Beginn an mit einem möglichst vollständigen Personalstamm arbeiten konnte.

Getreu dem Motto „Während in Villariba noch geputzt wird, wird in Villabacho schon wieder gefeiert“ sind die Köpenicker auch schon bei Neuzugang Nummer vier in den Startlöchern. Dem Vernehmen nach ist der Transfer des Fürther Angreifers Jamie Leweling (21) auch schon eingetütet. Um die 3,5 Millionen Euro muss sich Union das Vergnügen kosten lassen.

Natürlich heißt das nicht, dass damit alle Transferaktivitäten abgeschlossen sind. Bis zum Ende einer Transferperiode ist ein Kader immer ein fragiles Gebilde, hat Manager Oliver Ruhnert ja schon häufiger zum Besten gegeben. Planspiele für den Fall X – dass Taiwo Awoniyi und/oder Sheraldo Becker die Köpenicker verlassen – gibt es intern schon. Und auch darauf, dass der ein oder andere verliehene Spieler nicht mehr zu den Eisernen zurückkommen will, muss sich Ruhnert vorbereiten.

Union schaut sich auch in Bielefeld um

Auch bei einem anderem Absteiger außer Fürth stehen die Eisernen auf der Matte. Aus Bielefeld heißt es, dass Keeper Stefan Ortega (29) und Innenverteidiger Amos Pieper (24) vom 1. FC Union umworben werden. Bei Letzterem würde das bedeuten, dass der bis 2025 gebundene Rick van Drongelen (23) ein weiteres Mal ausgeliehen werden müsste.

Der ablösefreie Ortega, der eine bärenstarke Saison gespielt hat, würde auf eine sich abzeichnende Veränderung bei den Torhütern hindeuten. Da müsste einer aus dem Duo Andreas Luthe (35) oder Frederik Rönnow (29) von sich aus das Weite suchen wollen. Die Option München kommt für den Deutsch-Spanier Ortega eher nicht infrage, weil Sven Ulreich bei den Bayern verlängert hat. Und nach seinen Leistungen wird er auch nicht als designierte Nummer zwei nach Berlin kommen wollen.

Bei beiden Bielefeldern soll Union aber starke Konkurrenz haben. Aber das hatte man ja auch beim Fürther Leweling. Und nun ja auch noch die Europa League als lockendes Werbemittel ...

Lesen Sie hier mehr über den 1. FC Union>>