Der Triumphator! Max Kruse jubelt nach dem Abpfiff über das 1:0 in Bochum – und teilte auf der Heimreise gegen einige VfL-Fans aus. imago/Matthias Koch

Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil. Unions Stürmer-Star Max Kruse teilte am Sonnabend kräftig aus gegen Teile der Anhängerschaft des VfL Bochums, die nicht nur ihn nach dem 1:0-Sieg der Eisernen mit massiven Bierbecherwürfen bedacht hatten. 

Kruse reagierte eigentlich zunächst ganz gelassen. So wie in Mainz, als er bei ähnlichen Vorgängen cool versuchte, umher fliegende Biertropfen mit der Zunge aufzufangen. Auch in Bochum schien er sich zunächst in dieser Rolle zu gefallen, spazierte langsam und aufreizend lächelnd an den wütenden VfL-Anhängern vorbei. Doch am Abend brach es dann aus Kruse doch noch heraus, lud er via Instagram durch.

Als „Ruhrpott-Asis“ beschimpfte Kruse diese Anhänger des VfL. Kruse ist halt ein Mann des Volkes. Und spricht daher auch gern mal Klartext. Warum das dann wieder einige einschlägige Medien skandalisieren wollten, einen Eklat witterten, bleibt ihr Geheimnis.

Union-Trainer Fischer bleibt cool

Zumal Kruse den normalen VfL-Fan ausdrücklich, von seiner Beschimpfung ausnahm. Betonte, dass Bochum ein sympathischer Verein ist. Allein in den Raum stellte, dass sich offenbar alle Asozialen der Revierstadt zufälligerweise an dem Abend am Stadion an der Castropher Straße versammelt hätten. Vielleicht nicht die feine englische Art. Aber irgendwie alles nachvollziehbar.

Kruse sagte konkret: „Solche Siege schmecken einfach am besten. Bochum ist immer ein sympathischer Verein gewesen und ich weiß, 80 oder 90 Prozent der Fans sind auch weiterhin sympathisch. Aber heute war wieder ein Tag, an dem sich alle Ruhrpott-Asis in Bochum versammelt haben und einfach mal dachten, heute gehen wir ins Stadion. Und das hat man auch gemerkt.“

Bochum entschuldigt sich bei Union

Übrigens: Auch Union-Trainer Urs Fischer musste sich von den Rängen einiges anhören. Unions Fitness-Trainer Martin Krüger hätte am liebsten das ganze persönlich und eher auf rustikale Weise mit den VfL-Anhängern ausdiskutiert. Fischer zeigte sich dagegen als Freund der Diplomatie. „Es war eine tolle Stimmung, zum Teil vielleicht ein bisschen über dem Limit. Aber was im Stadion war, bleibt im Stadion. Max hat sich geäußert. Ihn müsst ihr fragen. Ich werde das nicht kommentieren.“

Die Bochumer Verantwortlichen waren unangenehm überrascht über die Situation. „Dass mal ein Bierbecher fliegt ist ja fast normal, aber dieses Ausmaß kannten wir auch noch nicht. Das ist problematisch und das darf nicht passieren, auch wenn der Frust diesmal besonders groß war. Ich will das gar nicht entschuldigen, aber als asozial würde ich unsere Fans definitiv nicht bezeichnen. Aber bald haben wir Pfandbecher – die werden hoffentlich nicht so schnell geschmissen“, sagte Bochums Sprecher der Geschäftsführung, Iljia Kenzig.

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