Dieses Spiel tat weh! Was hier bei Niko Gießelmann (r.) deutlich zu sehen ist. Unions 1:1 gegen Greuther Fürth war kein Vergnügen.
Dieses Spiel tat weh! Was hier bei Niko Gießelmann (r.) deutlich zu sehen ist. Unions 1:1 gegen Greuther Fürth war kein Vergnügen. dpa/Andreas Gora

Eines steht schon mal fest: Dieser Jubiläums-Kick der Eisernen war wenig vergnügungssteuerpflichtig. Spiel 100 in der Bundesliga-Geschichte der Köpenicker kann getrost in jedem Jahresrückblick fehlen. Das 1:1 gegen Schlusslicht Fürth wird sich kein Union-Anhänger in Endlosdauerschleife noch mal reinziehen wollen.

Trainer Urs Fischer versuchte denn auch gar nicht, sich schützend vor seine Truppe zu stellen, sondern gab schonungslos zu Protokoll, dass das eine der schlechtesten Saisonleistungen seiner Jungs gewesen sei. Bitter, dass das zum zweiten Mal gegen Fürth passierte, das ja seine Bundesligatauglichkeit im Verlauf der Spielzeit nicht wirklich hatte unter Beweis stellen können.

Fischer redet nichts schön

Umso schöner fand der Schweizer Fußballlehrer, dass er im allgemeinen Tenor der Niedergeschlagenheit in der Pressekonferenz auf die Rekord-Ausbeute der Köpenicker von 51 Zählern angesprochen worden ist. Das drohte ja fast unterzugehen. „Gut, dass Sie mich daran erinnern, denn wir spielen eine außergewöhnliche Saison“, betonte der 56-Jährige, dass man sich zwar über den Kick ärgern, aber eigentlich mit der Gesamtsituation nicht unzufrieden sein sollte.

In der Ewigen Tabelle der Bundesliga haben die Köpenicker mittlerweile Dynamo Dresden abgehängt. Dabei haben die Sachsen 40 Spiele mehr in Deutschlands Eliteklasse absolviert. Das zeigt, dass Union mittenmang bei der Musik ist, sich in der Beletage des deutschen Fußballs etabliert. Und auch an schlechten Tagen nicht automatisch mehr ein Punktelieferant ist, sondern Schadensbegrenzung durchaus drin ist.

Ob das Ganze nun ein Rückschlag für die europäischen Ambitionen der Köpenicker war, wird sich erst zeigen. Klar, die Ausgangslage hätte mit einem Dreier komfortabler ausgesehen. Vielleicht wäre sogar der ganz große Wurf, sprich die Königsklasse der kontinentalen Wettbewerbe, drin gewesen. Daran muss man wohl eher einen Haken machen.

Conference League wäre mehr als ein Trostpreis

Na und? Fußball ist selten ein „Wünsch dir was“! Europa ist ja immer noch drin. Noch hat Hoffenheim die Eisernen nicht überholt. Immer noch hat Union es in der eigenen Hand mit den beiden Kicks in Freiburg und gegen Bochum.

Die Conference League ist für einen Klub, der gerade einmal seine dritte Spielzeit im Fußball-Oberhaus hinter sich bringt, alles andere als ein Trostpreis. Und noch ist ja selbst die Europa League nicht auszuschließen.

Was der eine Punkt gegen Fürth nun am Ende wert ist? Ob es ein gewonnener Zähler war oder zwei verlorene, muss sich zeigen. „Abrechnet wird zum Schluss“, so Fischer. Wer wollte da widersprechen ...

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