Robin Knoche – hier rechts im Hinspiel im Zweikampf mit Frankfurts Daichi Kamada – ist eine der festen Größen in Unions Abwehr.  Foto: Imago/Bernd König

Er ist Mr. Frankfurt schlechthin bei den Eisernen. Kein Union-Spieler hat eine bessere Bilanz gegen die Eintracht als der Abwehrrecke Robin Knoche. In elf Duellen mit den Hessen verbuchte der 28-Jährige sechs Siege und fünf Remis. Das soll auch am Sonnabend so bleiben, wenn die Köpenicker im einstigen Waldstadion (15.30 Uhr) gastieren. 

In der Mainmetropole wird es wieder auf die Dienste des eisernen Dauerbrenners ankommen. Frankfurt ist nicht nur heimstark (sechs Siege, sechs Unentschieden), sondern geht auch extrem offensiv zu Werke. Die Hessen haben den drittbesten Angriff der Liga hinter den Bayern und Dortmund. Und nur der Rekordmeister schlug mehr Flanken (390) als Frankfurt (333). Da braucht es einen Knoche in Bestverfassung, der seine Nebenleute Marvin Friedrich und Nico Schlotterbeck mit seiner Ruhe und Umsicht coacht. 

Union sollte bei Knoche langfristig denken

Dass ihm manche fehlende Grundschnelligkeit attestieren, juckt den Ex-Wolfsburger nicht die Bohne. „Meiner Meinung nach macht einen guten Innenverteidiger mehr als nur Schnelligkeit aus. Und selbst die kann man durch andere Fähigkeiten größtenteils ausgleichen. Ein Innenverteidiger braucht ein gutes Gesamtpaket. Man sollte das nicht auf einen Aspekt reduzieren“, so Knoche knochentrocken.

Knoche gebe „der Mannschaft Halt, wir profitieren von seiner Erfahrung“, zollte ihm Trainer Urs Fischer schon Komplimente. „Er ist für uns super wichtig und zuverlässig ohne Ende“, hatte jüngst Manager Oliver Ruhnert den Musterprofi gelobt, der oft ein wenig unter dem öffentlichen Radar durchfliegt und mit dem die Köpenicker durchaus eine vorzeitige Vertragsverlängerung anstreben sollten. Zumal ja andere Korsettstangen neben ihm wegzubrechen drohen. 

Knoche ist der Dauerbrenner

Knoche verpasste in dieser Spielzeit nicht eine Sekunde von 2250 möglichen Spielminuten. Fast unbeachtet ist dabei die Tatsache, dass der gebürtige Braunschweiger mit einer Passquote von 83,4 Prozent all seine Kollegen übertrifft. Und auch was die Anzahl der Ballkontakte mit durchschnittlich 90 pro Partie betrifft, hat er einen der Spitzenwerte im Team – es ist mit ein Grund, warum die Köpenicker defensiv so stabil daherkommen. Kein Team kassierte weniger Gegentore im Anschluss an Flanken als die Eisernen (drei). Überhaupt mussten die Köpenicker in den zwölf Liga-Spielen des laufenden Kalenderjahres nur neun Gegentore hinnehmen. Einzig der VfL Wolfsburg kassierte weniger Gegentreffer – nämlich acht. 

Es wird daher, das steht fest, ein interessantes Duell in Frankfurt. Offensivgeist hier, Abwehrkunst dort. Und wie heißt es doch so schön? Ein Angriff gewinnt dir Spiele, eine Abwehr Titel. Und für Union wäre das Erreichen des Europapokals so etwas wie ein Titel.