Der Moment, der das Hinspiel veränderte: Robert Andrich kassiert den roten Karton, das soll ihm am Sonntag gegen Hertha nicht wieder passieren.  Foto: Imago/Oliver Behrendt

Er ist schon in Derbystimmung. Im Gegensatz vielleicht zu manchen Fans in der Stadt. Bei denen will die Vorfreude nicht so recht aufkommen, weil sie aus dem Stadion ausgesperrt sind. Doch das ficht Unions Mittelfeldabräumer Robert Andrich nicht an vor dem Aufeinandertreffen am Sonntag (18 Uhr/Sky) mit Hertha BSC. „Das Hinspiel war nicht so gut, auch persönlich nicht für mich. Mit elf Mann hätten wir es gewinnen können. Ich hoffe, dass wir es in dem Spiel wieder positiver gestalten“, so der 26-Jährige. 

Nicht so gut ist eine vornehme Untertreibung. Der Feldverweis nach seiner Kung-Fu-ähnlichen Einlage gegen Lucas Tousart hatte es in sich. Und natürlich spielt das dieser Tage wieder eine Rolle. Die Frage steht im Raum, ob er womöglich wieder übermotiviert zur Sache geht gegen seinen Ex-Klub. Und ob er das Eigentor gegen Frankfurt weggesteckt hat. Das Nachhaken dazu nervt den gebürtigen Potsdamer verständlicherweise. Aber da muss er durch. „Immer in den alten Sachen rumwühlen. Ich finde das ein bisschen übertrieben. Natürlich war es brutal ärgerlich, weil wir an dem Tag bis dahin die bessere Mannschaft waren. Das hat mir schon zwei, drei, vier Tage echt wehgetan“, räumt Andrich ein. 

Wer nach 25 Spielen unten steht, steht zu Recht unten

Seine blau-weiße Vergangenheit hat er abgehakt. „So viel Hertha steckt jetzt nicht mehr in mir. Natürlich kommt es nicht ganz raus, weil ich meine komplette Ausbildung dort genossen habe. Aber das ist schon lange vorbei. Ich fiebere nicht mehr mit Hertha mit. Da bin ich schon komplett Union“, sagt Andrich weiter.

Andrich stuft diesen Kick natürlich als „brisant“ ein. Mit unerwarteten Vorzeichen: Union oben, Hertha unten! „Wenn man die Qualität der Mannschaft sieht, ist es schon überraschend. Aber Qualität ist halt einfach nicht alles. Wir sind insgesamt froh, dass wir eine sehr ruhige Saison haben“, lautet seine Meinung.

Andrich gönnt keinem den Abstieg, aber ...

Ein bisschen stichelt er dann doch gegen die Jungs aus dem Westend: „Wenn man nach 25 Spielen da unten steht, dann steht man nicht umsonst da unten. Dann hat man schon was dafür getan, egal, wie viel Pech dabei war oder nicht.“

Gönnt er dem Stadtrivalen gar den Gang ins Unterhaus? „Das ist eine ganz fiese Frage. Sie sind voll mit drin,  ich denke mit Mainz, Bielefeld und Köln. Die Mannschaften werden es höchstwahrscheinlich untereinander machen. Man gönnt es keinem, aber es muss ja einen geben.“