Rick van Drongelen freut sich nach vier turbulenten Jahren beim HSV auf einen ruhigen Verein wie den 1. FC Union. City-Press/Moritz Eden

Gefühlt spricht man mit einem Veteranen. Dabei hat Rick van Drongelen nur 22 Lenze auf dem Buckel. Doch vier Jahre beim HSV mit Abstieg und dreifach vergeigtem Wiederaufstieg prägen. Da hat man mehr hinter sich als manche in 20 Jahren Profizirkus. „Ich bin mit 18 Jahren nach Hamburg gekommen. Da habe ich echt viel erlebt. Da waren natürlich mental schwierige Momente, aber auch positive. Aber man hat einiges mitgemacht“, erklärt der Innenverteidiger.

Es war Zeit für eine Luftveränderung. Obwohl er an der Alster noch ein Jahr Vertrag besaß, aber offenbar nicht mehr die Wertschätzung genoss nach einem Jahr voller Verletzungspech. Unions Werben kam dem 1,85 Meter großen Blondschopf da gerade recht. „Ich brauchte eine neue Umgebung, um den Kopf freizubekommen. Sonst trägst du einen schweren Rucksack mit dir rum“, sagt der ehemalige Junioren-Nationalspieler, der die Eisernen eine Basisablöse von rund 500.000 Euro gekostet hat.

Union glaubt an van Drongelen

Vor allem brauchte van Drongelen etwas Ruhe. Beim einstigen Bundesligadino geht es ja traditionell etwas lauter zu. Trainer und Paradigmenwechsel waren da an der Tagesordnung. Kontinuität irgendwie ein Fremdwort. So etwas zehrt auch an den robustesten Kickern. „Ich war froh, als eine Anfrage aus der Bundesliga kam. Da wollte ich wieder zurück. Und Union sagte mir, dass sie von meinen Qualitäten überzeugt sind, dass sie an mich glauben und dass ich auf mein altes Niveau zurückkommen kann“, erinnert sich der bei Sparta Rotterdam groß gewordene Linksfuß an die Vertragsgespräche.

Ruhe wird er in Köpenick finden. Union gilt ja als eine Insel der Entspannung im chronisch aufgeregten Ligabetrieb. Dazu kommt ein Trainer, der ihn persönlich voranbringt. So wie am Montag, als Urs Fischer van Drongelen nach dem Training beiseitenahm und auf ihn einredete. „Es ging um mein Passspiel. Ich spiele gerne scharfe Pässe. Aber er hat mir gesagt, ich soll einfach auch mal die einfachen Bälle spielen und nicht groß ins Risiko gehen“, so der aus Axel in der Provinz Zeeland stammende Niederländer.

Dort lebt auch der Bruder seiner Freundin, der in Vlissingen eine Kickboxschule betreibt. Ein Sport, den auch van Drongelen sehr schätzt. „Man kann daraus auch etwas für den Fußball mitnehmen. Da geht es ja auch um schnelle Bewegungen, um Beweglichkeit auf den Füßen. Ich bin in meinem Urlaub oft bei ihm. Auch um Krafttraining zu machen“, verriet der robuste Manndecker seine große Vorliebe neben dem Schwimmen.

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