Rani Khedira und seine Kollegen vom 1. FC Union hatten nicht ihren besten Tag gegen das Münchner Starensemble um Thomas Müller (l.).
Rani Khedira und seine Kollegen vom 1. FC Union hatten nicht ihren besten Tag gegen das Münchner Starensemble um Thomas Müller (l.). Imago/Passion2Press/Markus Fischer

Entschuldigungen suchen? Nicht die Art der Eisernen. Sicherlich hat der Substanzverlust nach dem Europapokalfest gegen Ajax Amsterdam auch etwas mit der Niederlage des 1. FC Union beim FC Bayern zu tun. Davon wollte Trainer Urs Fischer nichts hören: „Man kann das sicherlich nicht von der Hand weisen. Aber man muss sich eingestehen: Das war ein hochverdienter Sieg für Bayern. Die Analyse ist einfach: Wir hatten einfach keine Chance. Bayern war ein, zwei Klassen besser als wir.“

Der Schweizer Fußballlehrer wirkte schon mal geknickter nach Niederlagen. Weil eben nicht alles substanziell schlecht war bei seiner Truppe. „Ich glaube schon, dass es möglich gewesen wäre, mit einem 0:1-Rückstand in die Pause zu gehen. Dann hältst du diese Spannung immer noch im Spiel. Aber beim zweiten und dritten Gegentor, da spielen wir es einfach schlecht. Da laden wir sie wirklich ein. Aber 0:3, das geht in Ordnung, mehr als in Ordnung“, sagte der 57-Jährige, der die Entstehung dieser Tore als „nicht zwingend oder notwendig“ charakterisierte.  

Beim 1. FC Union suchte keiner nach Ausreden für die Pleite

Klar doch hatte man bei den Kickern von der Wuhle mit der großen Sensation geliebäugelt. Und dann feststellen müssen: Es geht halt nicht immer. „Wir hatten in den letzten Wochen ein enormes Pensum. Das hat nicht nur am Ajax-Spiel gelegen. Aber das darf man nicht als Ausrede nehmen. Wenn man nach München fährt, muss man einfach rotzfrech auftreten“, erklärte Rani Khedira nach dem Spiel. 

Rotzfrech war nicht, zu brav viel mehr. Und wenn man eher als Biedermann denn als Brandstifter auftritt in der Münchner Arena, löscht man halt alle Feuer, die bei den Bayern eventuell gelodert hatten. „Wir haben das gerade in der ersten Halbzeit nicht geschafft, dann geht man halt auch unter. Wir waren vor allem in der ersten Halbzeit viel zu passiv. Vielleicht auch ein bisschen eingeschüchtert“, analysierte der defensive Mittelfeldspieler trefflich weiter.

Robin Knoche verspricht der Konkurrenz, dass der 1. FC Union einfach weiter machen wird 

„Wir mussten viel hinterherlaufen. Wir wussten, dass das auf uns zukommt. Aber wenn du dann mal Balleroberungen hast, dann musst du das besser ausspielen. Dann musst du die Bälle behaupten, versuchen, den Ball auch selber mal laufen zu lassen. Das ist uns nicht gelungen und dann wird der Druck halt immer größer. Und die Tore darf man auch nicht so herschenken“, pflichtete ihm Abwehrchef Robin Knoche bei. 

„Wir waren chancenlos, wenn man ehrlich ist“, meinte Knoche, ohne das dramatisieren zu wollen. „Wir haben Woche für Woche immer versucht, unseren Spielstil auf den Platz zu bringen. Heute ist es uns nicht gelungen, aber ansonsten haben wir es bisher ganz gut gemacht in der Saison. Und das werden wir auch wieder in den kommenden Spielen so machen“, so seine Ansage an die Konkurrenz, dass keiner mit einem Ende des Köpenicker Höhenflugs rechnen sollte, nur weil es einmal kräftig gerumst hat. 

Lesen Sie hier mehr über den 1. FC Union >>