Nigerianische Fußballfans randalieren nach dem Aus in der WM-Qualifikation. dpa (2)

Sein WM-Traum ist geplatzt! Taiwo Awoniyi darf sich nicht am Ende des Jahres mit den besten der Welt messen. Ohne Unions treffsichersten Angreifer scheiterte Nigeria im Rückspiel der Play-offs an Ghana, kam nach dem 0:0 im Hinspiel nicht über ein 1:1 hinaus (in Afrika zählt noch die Auswärtstorregel). Noch schlimmer: Der WM-K.-o. wurde von gewalttätigen Ausschreitungen nach Abpfiff überschattet.

Auf Fernsehbildern und Videos in den sozialen Netzwerken war zu sehen, wie wütende Fans nach dem 1:1 das Spielfeld im Abuja-Nationalstadion stürmten. Hunderte aufgebrachter Fans, bewaffnet mit herausgerissenen Sitzschalen, stürmten den Innenraum des mit 60.000 Zuschauern ausverkauften Stadions.

Nigeria gegen Ghana: Gewalt nach Abpfiff

Die Randalierer warfen Gegenstände auf das Spielfeld, zerstörten Sitzbänke und zerrissen Tornetze sowie Werbebanner. Die Sicherheitskräfte versuchten die Lage mit Tränengas unter Kontrolle zu bringen. Nur mit Mühe gelang es der Polizei, die Spieler sicher in die Kabine zu geleiten.

Unter ungeklärten Umständen kam auch der Mediziner Joseph Kabungo ums Leben. Der war am Dienstag im Stadion von Nigerias Hauptstadt Abuja als Doping-Beauftragter im Einsatz gewesen. Medien spekulierten am Mittwoch, ob Kabungo von randalierenden Fans getötet wurde oder aus natürlichen Gründen gestorben sei.

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Ghanas Trainer Otto Addo verurteilte die Gewalt, brachte aber auch Verständnis für die Enttäuschung des Publikums auf. „Nach Chancen waren die Nigerianer besser. Aber so ist manchmal der Fußball, wir haben uns trotzdem durchgesetzt“, sagte der Interimscoach der Black Stars, im Hauptberuf Talente-Trainer bei Borussia Dortmund.

Taiwo Awoniyi ist nun wieder ganz bei Union

Und Nigeria? War es die falsche Entscheidung von Nigerias Nationaltrainer Augustine Eguavoen, nicht mehr auf den eisernen Angreifer zu setzen? Beim Afrika-Cup vor nicht mal zwei Monaten hatte Awoniyi noch zum Aufgebot der Super Eagles gehört. Doch Eguavoen setzte auf andere Lieblinge als sein Vorgänger Gernot Rohr.

So verrückt es klingt: Für Union könnte Awoniyis geplatzter WM-Traum Gutes bedeuten. Nach seiner fulminanten Hinrunde mit neun Toren und vielen starken Spielen, plagten den Topscorer nach dem für ihn und Nigeria enttäuschenden Afrika-Cup (Achtelfinal-Aus gegen Tunesien) massive Ladehemmungen.

Statt sich den Frust in Köpenick von der Seele zu ballern, wirkte Awoniyi gehemmt. Seine Nicht-Nominierung unter dem neuen Trainer half dabei nicht, beschäftigte ihn wohl mehr, als er zugeben wollte. Jetzt ist der Traum geplatzt und Awoniyi kann sich wieder voll auf Union konzentrieren. Am besten bereits am Freitag gegen den 1. FC Köln (20.30 Uhr, Dazn).

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