Die Konkurrenz im Nacken: Während Petar Musa am Sonnabend sein Debüt feierte, stand Leon Dajaku (vorne) nicht einmal im Kader. Imago/Contrast

Geärgert haben sich alle Unioner am Sonnabend über die Niederlage beim FSV Mainz 05, doch einer dürfte besonders geknickt gewesen sein: Neuzugang Leon Dajaku. Nach dem 1:2 beim FC Ausgburg stand die Leihgabe des FC Bayern München in Rheinhessen schon zum zweiten Mal gar nicht erst im Kader der Eisernen. Ganz im Gegensatz zu Petar Musa, bei dem drei Tage Training inklusive Berufsquarantäne offensichtlich für eine Nominierung und einen Kurzeinsatz reichten.

„Das war eine Trainerentscheidung“, erklärte Urs Fischer am Tag nach der Niederlage kurz und knapp und beließ es auch dabei als Erklärung. Was in Anbetracht von Dajakus Profil schon ein wenig dürftig war. Der 19-Jährige, der bis zum Saisonende 2021/22 an die Eisernen ausgeliehen ist, gilt noch immer als riesiges Talent. Eines, das vor einem halben Jahr noch eine Nummer zu groß für die Köpenicker gewesen wäre. Nun ist der Allrounder da, darf sich aber bislang noch kaum zeigen. Anders als Musa, dem Fischer ein ordentliches Debüt bescheinigte.

Doch während beim Kroaten die Zukunft grundsätzlich klar ist - er ist im Sommer wieder zurück bei Slavia Prag - sieht es bei Dajaku anders aus. Der Angreifer, den Unions Trainer als „Allrounder“ einkategorisiert, könnte nach Ende seiner Leihe und bei einer gewissen Anzahl von Einsätzen für rund 2,5 Millionen Euro fest verpflichtet werden. Theoretisch ein echtes Schnäppchen für den beidfüßigen Nachwuchsnationalspieler.

Doch weil der bislang nur für 35 Minuten ran durfte, stellt sich so ein bisschen die Frage, was andere Mitspieler haben, was Dajaku (noch) nicht hat. Spielpraxis bekam er in der Dritten Liga bei der U23 des Rekordmeisters, vor allem zu Saisonbeginn, reichlich. Anders als die Kontrahenten Keita Endo und Marius Bülter, die beide zwar die Automatismen, die Urs Fischer immer wieder predigt, größtenteils verinnerlicht haben dürften, gleichsam aber mit eigenen Problemen zu kämpfen haben. Bülter läuft seiner Form aus der Vorsaison seit Monaten nur hinterher, Endo zeigte vielversprechende Ansätze, benötigt aber weiterhin Zeit, um sich an das Leben und die Spielweise in Deutschland zu gewöhnen.

Es ist schwer vorstellbar, dass Dajaku da nicht mal eine richtige Chance verdient hat. Doch wer weiß, vielleicht kommt die ja am Sonnabend gegen den FC Schalke 04. Dann wäre es ein fröhlicheres Wochenende für den Teenager.