So sehen Sieger aus: Unions Sheraldo Becker mit blendender Laune. Imago/Matthias Koch

Natürlich war Unions Nr. 27 nur sauer auf sich selbst. So zumindest die offizielle Leseart. Doch die ganze Wahrheit ist das wohl nicht bei Sheraldo Becker. Dessen Wechselfrust in der Vorwoche beim 1:0 gegen Köln im wütenden Wegschmeißen seiner Handschuhe gipfelte.

Entsprechend knöpfte sich der Schweizer Fußballlehrer seinen Heißsporn unter der Woche vor, ohne ihn aber öffentlich bloßzustellen oder ihm eine Szene zu machen. Im Gegenteil, er äußerte sogar Verständnis für dessen Unmut. Sei ihm als Spieler oft auch so gegangen. Und natürlich habe man sich nur unterhalten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Becker lässt sich klaglos auswechseln

Zeigte Wirkung. Gegen Hertha beim 4:1 war Becker bester Mann auf dem Platz, zahlte zurück. Ein Tor erzielt, eine Vorlage geben. Dazu zahlreiche Flanken, die aber oft nicht verwertet wurden. Beispielsweise von Christopher Trimmel nach 42 Minuten. Wenn Becker zu seinen Sprints anzieht, hat man als neutraler Betrachter nicht selten Mitleid mit den überforderten Gegenspielern.

Dass Becker den Schlusspfiff wieder einmal nicht auf dem Rasen erlebte, sondern nach 82 Minuten seinen Platz für Sven Michel räumen musste, sorgte diesmal nur für ein Wortgefecht Richtung Hertha-Bank. Lernfähig ist er also.

Eins muss man dem eisernen Führungsstab um Urs Fischer lassen. Psychospielchen können die richtig gut. Wo anderen Vereinen nicht selten mit satten Geldstrafen oft Gräben aufgerissen werden, die im Laufe der Zeit unüberbrückbar zu werden drohen, setzt man in Köpenick auf alternative Methoden. Was für das Binnenklima super ist. So kanalisiert man die manchmal überschäumenden Emotionen einfach in Leistung um.

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