Fand sich in Köln durch gegnerisches Wirken öfter am Boden wieder, als ihm lieb war: Grischa Prömel. Foto: imago images/Norbert Schmidt

„Never change a winning team“ – Ändere nie eine siegreiche Mannschaft! Ein Satz, der bei Urs Fischer nicht in Stein gemeißelt ist. Aber wohl diesmal vor der Partie gegen Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr, Stadion An der Alten Försterei) in hohem Maße seine Gültigkeit haben wird.

Aber fangen wir vorne an. Da Anthony Ujah und Joel Pohjanpalo weiter verletzt sind, spricht nichts dafür, auf Taiwo Awoniyi zu verzichten. Zumal dem Nigerianer sein Premierentor für die Eisernen beim 2:1 in Köln weiter Auftrieb gegeben haben sollte. „Er hat ein wirklich sehr gutes Spiel in Köln gemacht, er konnte viele Bälle festmachen, wurde in gewissen Aktionen auch gefährlich und hat toll in der Rückwärtsbewegung gearbeitet für die Mannschaft“, war Urs Fischer des Lobes voll für den 23-Jährigen. Sollte sich der Trend fortsetzen, könnte die Leihgabe des FC Liverpool auch über kommenden Sommer hinaus eine Rolle in Köpenick spielen und sein – auch durch die Statuten auf der Insel bedingtes – Wandervogel-Dasein endlich zu den Akten legen.  Max Kruse ist ohnehin gesetzt, selbst wenn er sich beim Zocken an der Konsole den Daumen brechen sollte. Und wenn schon, den braucht er nicht auf dem Rasen.

Union Ligaspitze bei Jokertoren

Kommen wir zu den Flügeln. Marius Bülter hat zwar wieder mittrainiert, aber Fischer ist nicht bekannt dafür, dass er gerade Genesene sofort wieder ins kalte Wasser wirft. Für den Ex-Magdeburger wird es also wohl ein Bankplatz. Von dort könnte er ebenso wie Akaki Gogia als Joker zum Zug kommen. Übrigens eine große Stärke der Köpenicker. Viermal trafen die Einwechselspieler der Eisernen – Ligaspitze! Schaffte sonst nur der FC Bayern. Die Eintracht glänzt hier hingegen mit einer Null! 

Auch im Tor wird man wohl kaum von einem Wechsel ausgehen können. Da darf Andreas Luthe weiterhin ran, selbst wenn der bei einigen hohen Bällen in der Domstadt nicht eine hundertprozentige Sicherheit ausgestrahlt hatte. Und was die Mannen unmittelbar vor ihm angeht:  Mit einer Dreierkette den Gegner zu spiegeln, gehört zwar zu den taktischen Kniffen von Fischer, aber dazu bräuchte er drei fitte Innenverteidiger. Da Nico Schlotterbeck weiterhin ausfällt und Florian Hübner erst unter der Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen konnte, spricht nichts dafür, die zuletzt gut funktionierende Vierkette ohne Not aufzubrechen. Hinten gehen wie gewohnt Christopher Trimmel, Marvin Friedrich, Robin Knoch und Christopher Lenz zur Sache.

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Was uns zu der wohl einen Änderung im Vergleich zum Auftritt im Rheinland bringt. Dort startete Sebastian Griesbeck, ehe er mit Sprunggelenksbeschwerden früh weichen musste. Die scheinen nicht so wild gewesen zu sein, immerhin wurde er von Fischer nicht zu den Ausfällen gezählt. Doch Grischa Prömel machte seine Sache eigentlich mehr als ordentlich, steckte sogar zahlreiche rüde Attacken bestens weg. Das könnte ihm gegen die Eintracht auch blühen, denn das Team von Adi Hütter geht recht rustikal zur Sache. Ihre 117 Fouls sind Ligahöchstwert! Dennoch spricht einiges dafür, dass er der Einzige aus dem eisernen Schwabenquintett sein wird, der es von Beginn an mit den Hessen zu tun bekommt.