Sebastian Polter wechselt nach Hollandf. Foto: Andreas Gora/dpa

Nun ist das Geheimnis gelüftet, warum Sebastian Polter am Sonnabend im FEZ Wuhlheide mit Abwesenheit glänzte. Dort sollte die neue Rollstuhlschaukel eingeweiht werden, die der 29-Jährige mit seiner großzügigen Spenden von 10.000 Euro an die Union-Stiftung erst mit ermöglicht hatte, eingeweiht werden. Polti hatte sein Erscheinen zugesagt, musste dann aber kurzfristig passen, weil er einen Medizincheck bei einem neuen Fußballklub zu absolvieren hatte. 

Bei dem hat es sich um den niederländischen Erstligisten Fortuna Sittard gehandelt. Das Werben von Kevin Hofland um Polter war erfolgreich. Unions Zweitligarekordschütze - zusammen Torsten Mattuschka je 42 Buden - will nun die Eredivisie aufmischen.

Seit dem Einstieg  des türkischen Geschäftsmann Özgür Işıtan Gün vor vier Jahren ist Sittard wieder auf dem aufsteigenden Ast. 2018 wurde die zweite Liga hinter sich gelassen.  Die abgebrochene Spielzeit 10/20 beendeten die Limburger auf Rang 16, also dem drittletzten Platz. Von dort soll es jetzt, wenn es nach Gün geht, in der Eredivisie steil nach oben geben. Auch durch Polter.  

Vertreter der Fan-Initiative Eisern trotz(t) Handicap weihen eine Rollstuhlschaukel auf dem Spielplatz am Hauptgebäude des FEZ Wuhlheide ein, an den Kosten beteiligten sich 23 Fanclubs, verschiedene Firmen und der Ex-Unioner Sebastian Polter als Schirmherr. Foto: Matthias Koch

„Letztendlich hat mich Fortuna Sittards Projekt überzeugt. Der Club hat große Pläne und ich möchte ein Teil davon sein. Ich freue mich darauf, in der Eredivisie zu spielen“, wird Polter auf der Homepage der Limburger zitiert. Projekt, natürlich. Ist ja bei Hornbach auch nicht anders ...

In den letzten Tagen wurden reichlich Gerüchte gestreut worden, dass Polter angeblich auch bei St. Pauli und Eintracht Braunschweig hoch im Kurs stehen würde. Gerüchte zu Sittard hingegen wurden ins Reich der Fabeln verweisen. 

Man liegt wohl nicht ganz falsch mit der Vermutung, dass diese lanciert wurden, um den Preis für den gebürtigen Wilhelmshavener nach oben zu treiben. Denn leisten können, hätten sich ihn weder die Millertor-Kiezkicker noch der Zweitligaaufsteiger aus Niedersachsen. Oder nur dann, wenn Polter auf über 50 Prozent seines Gehaltes verzichtet hätte. Muss Unions ehemaliger Spitzenverdiener bei Gün wohl eher nicht ... Die Holländer müssen ja keine Ablöse entrichten.