Paderborns Sportdirektor Fabian Wohlgemuth kehrt heute zusammen mit Steffen Baumgart zurück nach Köpenick. Foto: imago images/DeFodi/Harry Langer

Steffen Baumgart, na klar. Weiß doch jeder, dass Paderborns Trainer ein Unioner war. Doch die Ostwestfalen kommen mit noch mehr Union-DNA nach Berlin als auf den ersten Blick ersichtlich. Denn auch deren Geschäftsführer Sport, Fabian Wohlgemut, hat eine eigenständige Union-Historie. 

Von 1994 bis zum September 1998 trug Wohlgemuth das Trikot der Eisernen. Zunächst im Nachwuchs, dann auch bei den Männern. „Ingo Weniger war damals mein Trainer. Der hat mich von den Junioren hochgezogen. Unter ihm habe ich dann auch ein Mal im Landespokal spielen dürfen“, erinnert sich der heute 41-Jährige, der seit 16 Jahren außerdem noch Vereinsmitglied ist bei den Köpenickern. Mit einer ganz einfach zu merkenden Nummer übrigens: „Acht mal die Eins. Diese Nummer ist schon etwas besonderes und ganz leicht zu merken“, scherzte Wohlgemuth.

Mit der großen Profikarriere wurde es dann aber doch nichts. Croatia (10/1998-09/99), Lichtenberg 47 (10/1999-00), TeBe Berlin (2000/01), Hansa Rostock (2001/02), und der Chemnitzer FC (2002-04) hießen die weiteren Stationen, ehe eine Knieverletzung den Innenverteidiger zum Aufgeben zwang.

Immer noch ein Eiserner, auch wenn er Union schon 1998 verlassen hat - Fabian Wohlgemuths Mitsgliedausweis.  Foto: Bunkus

Dem Fußball blieb der gebürtige Berliner aber erhalten. Als Scout, Trainer und Funktionär. Zunächst beim HSV. Später als Chef des Nachwuchsleistungszentrums in Wolfsburg. Von dort aus rekrutierte ihn Zweitligist Holstein Kiel 2018 für den Managerposten. Überraschenderweise trennten sich die Störche dann zu Jahresbeginn von Wohlgemuth. „Das kam zu diesem Zeitpunkt unerwartet, da wir in der Entwicklung des Vereins auf einem sehr guten Weg waren“, sagte der 41-Jährige. Tat weh. In Paderborn ergab sich Anfang Mai eine neue Chance für ihn. Auch weil an der Pader unbedingt jemand agieren sollte, der sich durch die Bank in Deutschlands Profiligen auskennt. Zweitligaerfahrung von Vorteil! Denn der Abstieg zeichnete sich bei Wohlgemuths Einstieg ja schon ab. 

Bei den Ostwestfalen war er zunächst recht zurückhaltend. Auch was die Öffentlichkeitsarbeit anging. „Das hatte für mich nicht die absolute Priorität“, so Wohlgemut weiter. Änderte sich diese Woche. Nach dem deutlichen 1:5 gegen Bremen wurde er auch hinter den Kulissen deutlich. „Man kann ein Endspiel ja verlieren. Aber wir haben uns als Team nicht gut präsentiert, das können wir eindeutig besser.“

Nun hofft er, dass das Team eine Reaktion zeigt. Und freut sich natürlich auf Berlin - dort leben seine Frau und seine zwei Töchter -  und die Alte Försterei. „Ein wirkliches schönes Stadion. Schade, dass ich das ohne Zuschauer erleben muss.“