Spontane Feier von Fans und Spielern lange nach Spielschluss auf der Hauptstraße vor dem bzw. der Einfahrt zum Stadion. Hier jubeln Keven Schlotterbeck, Presse- und Stadionsprecher Christian Arbeit ohne Bart und Christopher Trimmel (v.l.n.r.) über den Klassenerhalt. Foto: Matthias Koch

Der Tag nach dem Klassenerhalt begann mit Arbeit für Oliver Ruhnert. Viel Arbeit! Wobei der Manager der Eisernen keine neuen Personalien verkünden konnte. Auch wenn es ihm manche zugetraut hätten. Denn die Planungssicherheit, die man eigentlich gewonnen zu haben glaubt, ist in diesen Corona-Zeiten schwer zu unterfüttern. Bislang kann keiner seriös sagen, mit wie viel weniger Geld Ruhnert auskommen muss, wie lange die Zeit der Mindereinnahmen noch dauert und wie stark die Fernsehgelder schrumpfen. 

Eins aber ist für ihn Fakt. Der Kader der Eisernen, der bis zu dieser Saison 32 Akteure umfasste, soll gesundgeschrumpft werden. Zwei Abgänge stehen mit Rafal Gikiewicz und Sebastian Polter ja fest. Nummer 3 eigentlich auch schon, wenn kein mittleres Wunder passiert.  Das einjährige Gastspiel von Innenverteidiger Keven Schlotterbeck neigt sich dem Ende zu. "Er geht mit einem lachend und einem weinenden Auge", meinte Ruhnert.

Alles wie vertraglich vereinbart. "Freiwillig geben wir ihn nicht ab, aber wir haben den Deal abgeschlossen. Er ist ein toller Junge, der uns wahnsinnig geholfen hat mit seiner Art. Er konnte dauerhaft spielen. Es war eine klassische Win-Win-Situation", so der  48-Jährige. Proaktiv um ihn  zu werben, aus der Leihe ein dauerhaftes Gastspiel zu machen, hält der Sauerländer für müßig. Eine Kaufoption besitzt Union zudem nicht. "Ich kenne Freiburgs Sportchef Jochen Saier sehr, sehr gut. Dem ist ja auch nicht verborgen geblieben, welche Entwicklung Keven hier genommen hat. Wenn es irgendein Anzeichen gäbe, dass Freiburg ihn nicht zurückhaben wollte, hätte ich es vernommen. Und sei es durch Spielerberater", so Ruhnert.