Dieses Duo weiß, wie man die Blau-Weißen in die Mangel nimmt: Unions Christopher Trimmel (l.) und Marvin Friedrich im Luftkampf mit Herthas Lucas Tousart. imago/Contrast

Gefühlt ist es wie ein Märchen aus grauen Vortagen. Ja, doch, der 1. FC Union hat im Hauptstadt-Derby den großen Rivalen aus dem Westend der Stadt einmal bezwungen. Sogar vor Zuschauern! 1:0 lautete das Ergebnis an jenem 2. November 2019. Lang ist’s her. So lange, dass man sich gefühlt kaum daran erinnern kann. Obwohl der Anhang der Eisernen monatelang von diesem Erfolgserlebnis zehrte.

Die Helden von damals sind längst in alle Winde zerstreut. Helden, weil die Vorzeichen gänzlich anders waren als vor dem fünften Aufeinandertreffen der beiden Berliner Klubs an diesem Sonnabend (18.30 Uhr/Sky). Die Eisernen waren der kleine Aufsteiger, gekommen, um zu bleiben. Aber eben meilenweit entfernt vom großen Rivalen. Sportlich wie finanziell. Deswegen schmeckte der damalige 1:0-Erfolg durch ein Elfmetertor des heutigen Bochumers Sebastian Polter umso süßer.

Nur noch ein Quintett ist heute noch dabei. Marvin Friedrich und Unions Capitano Christopher Trimmel, der am Dienstag beim 4:1 gegen Moldawien sein erstes Länderspieltor für Österreich erzielt hatte. Dazu Julian Ryerson und zwei Spieler, die damals nicht mitmischen durften oder konnten. Grischa Prömel plagte sich mit einer Patellasehnenverletzung, Sheraldo Becker saß den ganzen Kick über nur auf der Bank.

Union bleibt vor Hertha

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Sie alle eint aber das Gefühl hinterher in der Kabine. Dieses Auskosten des seltenen Glücksmoments. Denn die nachfolgenden drei Duelle konnte Union ja nicht für sich entscheiden. Und eben deshalb will diese Fünferbande im Zusammenspiel mit den Kollegen am Sonnabend auf keinen Fall alle Fünfe gerade sein lassen gegen Hertha. 

„Wir werden alles dafür tun, uns dementsprechend vorzubereiten, dass wir am Samstag in einer Top-Verfassung sind und Hertha ärgern können“, hatte Grischa Prömel im Vorfeld der Partie angekündigt und setzt dabei auf den Faktor Zuschauer: „Die Fans peitschen uns voran – ob es die erste oder die letzte Minute ist. Dass wir da viel Kraft draus ziehen können, ist auch allen bewusst. Deswegen sind wir natürlich froh, wenn viele da sind. Und dann hoffen wir, dass wir einen Derby-Sieg feiern können.“

Union und Hertha auf Augenhöhe

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Bei einem Duell unter veränderten Vorzeichen übrigens. Seit eineinhalb Spielzeiten rangieren die Köpenicker im Ligaranking vor der eigentlich viel besser betuchten Konkurrenz aus Charlottenburg. Und werden das auch nach diesem Duell sein, selbst wenn sie verlieren sollten. Schöner Nebeneffekt. Aber nicht Primärziel für die Eisernen.

Doch wer ganz genau hinschaut, weiß, dass sich beide Teams trotz tabellarischen Unterschieds auf Augenhöhe begegnen. Denn mehr als vier Siege konnte in dieser Spielzeit weder die Truppe von Urs Fischer noch die Elf von Pal Dardai einfahren ...

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