Wenn man sich ein Loch im Erdboden wünscht, um darin zu verschwinden: Robert Andrich ärgert sich über sein Eigentor. Foto: Matthias Koch

Alles richtig gemacht in Frankfurt. Also fast alles. Bis auf das Ergebnis halt. Das wies die Hausherren mit 5:2 (4:2) als Sieger aus. Geschuldet einem sechsminütigen Blackout der Eisernen, eingeleitet von Pechvogel Robert Andrich. Aber sonst hatte Union sich eigentlich wenig vorzuwerfen. 

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Wissen wir seit Michail Gorbatschow. Wer zu spät zu dieser Partie geschaltet hatte, den bestrafte der Fußball. Keine zwei Minuten gespielt, schon gab es zwei Hochkaräter zu bewundern. Leider mit unerfreulichem Resultat aus Sicht der Eisernen. Denn Robin Knoche, der gegen Frankfurt in elf Partien noch nie verloren hatte, verpasste, die Eisernen in Führung zu schießen. Sow hatte was dagegen. Auf der Gegenseite klingelte es dann unmittelbar, denn so frei wie Silva im Union-Strafraum nach einer Hereingabe von Kostic stand, ist er sonst nicht einmal bei Einhaltung der  Corona-Abstands- Regeln zu bestaunen (2.).   

Was für ein Auftakt. Und es ging munter weiter. Diesmal profitierte Max Kruse von einer großzügigen Zweikampfauslegung bei Julian Ryerson. Dessen Einsteiger mit gestrecktem Bein gegen Hasebe blieb ungeahndet, Kruse konnte den Rückpass des Norwegers cool zum 1:1 ins lange Eck setzen (7.).  Ein bisschen passend zum Weltglückstag! 

Zwei so frühe Treffer – langweilig ist anders. Ging munter weiter so. Jovic vernascht drei Unioner, zirkelt die Kugel aber am Pfosten vorbei. Auf der Gegenseite haut Pohjanpalo eine hereingetretene Ecke aufs Frankfurter Gehäuse, zwischen Trapp und Sow flipperte die Kugel hin und her, aber nicht rein. Und noch mal prüfte der Finne mit einem Kopfball Frankfurts Schlussmann (20.). Schlotterbecks Kopfball verfehlte das Ziel (33.). Feinste Fußball-Unterhaltung. 

Was erlauben Andrich? 

Für neutrale Fußballzuschauer gehörte auch der folgende Treffer dazu (35.). Robert Andrich spielte unbedrängt einen Rückpass auf Luthe, ohne aber zu schauen, dass der gar nicht in seinem Kasten stand. Zu allem Überfluss rutschte Unions Keeper auch noch weg, keine Chance mehr einzugreifen. No-Look-Pass ins Nirvana! Arnd Zeigler würde das in seiner „wunderbaren Welt des Fußballs“ in der Rubrik „Kacktor des Monats“ auflisten.

Bei den Hessen lief jetzt alles. Vier Minuten später konnte Kostic einen perfekten Konter zum 3:1 für die Eintracht abschließen. Dann schlug noch einmal Silva zu. 4:1 für die Eintracht (41.). Union hatte alles im Griff gehabt und schenkte die Partie her. Aber mal so richtig. Sechs Minuten purer Horror für die Köpenicker. Immerhin konnte Kruse per Kopf zum 2:4 verkürzen (45.+3). 

Union mühte sich, die Wende zu schaffen. Wieder verpasste Pohjanpalo nach einem genialen Spielzug und finalem Pass von Kruse, zu verkürzen (60.). Endos Kopfball ging auch vorbei (69.) Andrich traf die Latte (88.). Eintracht-Trainer Adi Hütter tigerte nervös an der Außenlinie auf und ab. Doch es langte für die Hausherren, die am Ende durch Chandler noch mal auf 5:2 erhöhen konnten.