Dirk Zingler ist für weitere Jahre der Boss bei Union.  Foto: dpa/Andreas Gora

Eine Überraschung sieht anders aus. Dirk Zingler bleibt für weitere vier Jahre Boss beim 1. FC Union. Die Amtszeit des Unionpräsidenten wäre nach dieser Spielzeit ausgelaufen. Aber natürlich setzt man in Köpenick auf Kontinuität, bestellte den Baustofflogistiker bis zum Sommer 2025 an die Spitze des Klubs.

Zingler ist seit 2004 der starke Mann der Köpenicker. Und Amtsmüdigkeit ist nicht zu erkennen. „Die Entwicklung unseres Vereins zu einem Bundesligisten, der in wenigen Monaten in seine dritte Saison in Deutschlands höchster Spielklasse startet, ist untrennbar mit dem Wirken von Dirk Zingler verbunden. Ich freue mich, dass er bereit ist, auch die nächsten anspruchsvollen Ziele in Angriff zu nehmen“, wird Unions Aufsichtsrats-Chef Thomas Koch in einer Vereinsmitteilung zitiert. Das Kontrollgremium berief auch die weiteren Präsidiumsmitglieder Dirk Thieme, Jörg Hinze, Oskar Kosche und Lutz Munack für eine weitere Amtsperiode.

Der 56-Jährige ist längst eine Hausnummer weit über Köpenick hinaus. Schon vor geraumer Zeit gab es Versuche der DFL, ihn dort in die Arbeit mit einzubinden. Im Kampf um die Rückkehr von Zuschauern und in seiner Ablehnung der Super League UND der klammheimlich durchgewunkenen Reform der Champions League sprach der Union-Boss Fußballfans aus dem Herzen. Und zwar nicht nur denen, die den Rot-Weißen die Treue halten. In diesem Punkt stellte sich Zingler auch ganz klar gegen den DFB, von dem er deutlichen Widerstand gegen das Geschäftsgebaren der Uefa erwartet hätte. 

Unbeugsam. Mit klarer Kante. Auch mal aneckend, wenn er es für richtig hält. Natürlich macht Zingler auch nicht alles richtig. Doch die Summe seiner richtigen Entscheidungen ist hoch. Und nicht hoch genug einzuschätzen, ist die Tatsache, dass er sich anders als einige seiner Kollegen nicht ins Tagesgeschäft auf dem Platz einmischt oder ständig vor irgendwelche Kameras drängt.  

Für die kommenden vier Jahre bleibt noch viel zu tun, man könnte es auch einen Vier-Punkte-Plan nennen: die Etablierung von Union in der Bundesliga, der Ausbau der Alten Försterei, die Errichtung des dazugehörigen Klubhauses sowie den Neubau des Nachwuchsleistungszentrums. Vier Punkte für vier Jahre!