Frederik Rönnow (2.v.l.) trainiert bei der EM mit seinen dänischen Torwart-Kollegen Jonas Lössl und Kasper Schmeichel (r.). Foto: Imago/Ritzau Scanpix

Der Berg ruft. Genauer gesagt die Öztaler Alpen. Und da vor allem der Gamskogel, 2813 m hoch und der Hausberg der Gemeinde Längenfeld in Tirol. Dort schlagen die Eisernen zum zweiten Teil ihrer Saisonvorbereitung auf.

Und Unions Chefcoach Urs Fischer, als Schweizer von Haus aus ein Freund alpinistischen Ambientes, ist schon voller Vorfreude. „Ein Trainingslager ist immer gut. Man ist weg von zu Hause. Es ist gut, auch mal was anderes zu sehen“, meinte der 55-Jährige nach dem 3:0-Testspielsieg gegen Dynamo Dresden.

Urs Fischer: „Es wird fordernd“

Weniger Vorfreude werden hingegen seine Schützlinge, die heute nach einem Flug via Wien und Innsbruck im Ortsteil Oberlängenfeld eintreffen werden, empfinden. Denn Fischer stellte schweißtreibende Arbeit in Aussicht. Als „fordernd“ bezeichnete er den jetzt anstehenden Teil der Vorbereitung. „Und das ist auch gut so“, so sein Fazit.

Immerhin werden die Union-Profis wohl nicht überfordert, denn sie zeigten sich in den letzten Tage gut im Saft. Auch gegen Dresden war ein Einbrechen oder große Müdigkeit nicht zu erkennen, obwohl den Jungs noch ein, zwei schwere Einheiten der Vortage in den Knochen steckten und Dresden eine Woche vor dem Ligastart eigentlich viel weiter sein müsste als die Köpenicker im Rahmen ihres Aufbauprogrammes.

Schongang für Tony Ujah 

In Tirol wird auch EM-Fahrer Christopher Trimmel wieder zum Team stoßen, der nach Österreichs Aus im Achtelfinale erst einmal Urlaub machen sollte. Offen ist hingegen, ob Julius Kade den Trip in das 469-Einwohner-Örtchen mitmachen wird. Für den erst kürzlich aus Dresden zurückgekauften Mittelfeldspieler, der gegen Dynamo nicht eine Minute ran durfte, steht eine Leihe zurück zum Zweitliga-Aufsteiger im Raum.

Immerhin sollen Anthony Ujah und Grischa Prömel mit nach Österreich kommen. Wobei letzterer nur seine Reha vorantreiben kann und auch Ujah wird weiterhin nur dosiert ans Team herangeführt. „Es ist schwierig. Er hat ein Jahr lang nicht trainiert“, plädierte Fischer für Geduld mit dem Nigerianer.

Frederik Rönnow im Anflug?

Mit Spannung wird auch erwartet, ob Union einen weiteren Keeper nach Tirol einfliegen lässt. Im Vorjahr kam Loris Karius ja erst zum Ende der Transferperiode nach Köpenick, konnte so eigentlich nicht mehr in einen ernsthaften Konkurrenzkampf mit Andreas Luthe einsteigen bzw. dessen Vorsprung aufholen.

Ein Schicksal, mit dem sich der neue Schlussmann sicher nicht anfreunden könnte. Von daher müsste der zuletzt gehandelte Frankfurter und in der Vorsaison an Schalke ausgeliehene Keeper Frederik Rönnow (28) ein hochgradiges Eigeninteresse haben, schnell bei den Eisernen aufzuschlagen. Derzeit befindet sich der Däne aber eigentlich noch im EM-Urlaub. Die Skandinavier waren ja überraschenderweise bis ins Halbfinale vorgestoßen und dort erst in der Verlängerung mit 1:2 an England gescheitert.