Niko Gießelmann (r.) erzielt gegen Hoffenheim einen von seinen drei Bundesligatreffern für den 1. FC Union.
Niko Gießelmann (r.) erzielt gegen Hoffenheim einen von seinen drei Bundesligatreffern für den 1. FC Union. Imago/Matthias Koch

Es ist das erste Spiel nach der WM-Pause. Es ist auch das erste Spiel nach Julian Ryerson (Blitz-Wechsel nach Dortmund) für den 1. FC Union, wenn an diesem Sonnabend die TSG Hoffenheim bei den Eisernen in Köpenick gastiert (15.30 Uhr, Alte Försterei). Und klar ist ja auch, wer jetzt für den abgewanderten Norweger in die Bresche springen muss. Bis Jerome Roussillon fit ist, hat Trainer Urs Fischer nur einen Akteur, der infrage kommt. Niko ist jetzt gefragt: Gießelmann, geh du voran.

Es ist schon eine verrückte Welt, mit der die Eisernen zu tun haben. Vor wenigen Tagen noch sah es so aus, als würde Gießelmann beim 1. FC Union zum großen Verlierer. Nicht, weil er nicht immer sein Bestes gibt und in seinen wettbewerbsübergreifend neun Startelfeinsätzen zumeist sehr ordentlich seinen Mann stand.

Doch schien er mit dem Transfer von Wolfsburgs Roussillon ins Hintertreffen zu geraten in Köpenick, weil er sich mit Julian Ryerson und dem Franzosen um einen Platz streiten musste und er für den Norweger eigentlich nur zum Zug kam, wenn der auf der anderen Seite den Capitano Christopher Trimmel vertreten musste. 

Der 1. FC Union müsste Gießelmann derzeit in Watte packen

Doch Ryerson ist nicht mehr da. Überraschenderweise nicht mehr da. Was sich eigentlich nicht vor dem Sommer abgezeichnet hatte. „Da wurden wir auf dem falschen Fuß erwischt. Das passt uns natürlich überhaupt nicht“, räumte Trainer Urs Fischer ein. Manager Oliver Ruhnert habe ihn über die Personalie informiert und ihn vorher ausdrücklich gefragt, ob er sitzen würde. Dann kam die Hiobsbotschaft.

Plötzlich muss Union Gießelmann – und auch Trimmel – eigentlich in Watte packen. Bei Trimmel könnte man vielleicht versuchen, Tim Skarke umzuschulen. Links gibt es bis auf den gebürtigen Hannoveraner Gießelmann keinen mehr, bis Roussillon fit ist. 

Gießelmann traf schon für den 1. FC Union – gegen Hoffenheim

Nicht die einzige dünne Personallage derzeit. Morten Thorsby und Andras Schäfer sind noch nicht fit. Diogo Leite zum Auftakt gesperrt. Sven Michel hatte eine so schweren Infekt, dass er diese Woche nicht mit der Mannschaft trainieren konnte. Richtig die Qual der Wahl hat Fischer am Tag nach dem 57. Vereinsgeburtstag eher nicht. Vielleicht am ehesten noch im Angriff, wo Kevin Behrens mächtig Druck auf Jordan Siebatcheu ausübt.

Vielleicht ist es ja ganz gut, dass Gießelmann & Co. die Kraichgauer diese Woche vor der Brust haben. Zumal die ja auch ohne den ich in der Reha befindlichen Ex-Unioner Grischa Prömel aufdribbeln müssen. Denn beide Spiele mit den Eisernen, bei denen Gießelmann mitwirken durfte, hat der 31-Jährige gewonnen, dabei in der Vorsaison sogar einen seiner drei Bundesligatreffer für die Köpenicker markiert. Wiederholungen im TV gefallen selten. Jetzt hätte in Köpenick keiner was gegen eine auf dem Rasen.

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