Endlich! Sheraldo Becker zeigt, dass er weiß, wo das Tor steht.  Foto: City-Press/Matthias Renner

War was? Pokal-Aus gegen Paderborn? Ja, gut. Aber doch nur, um dieser mörderischen Dreifachbelastung aus Liga, Cup und Stadtmeisterschaft zu entgehen. Nun liegt der Fokus voll auf dem Punktspielbetrieb. Und zum Leidwesen des gastgebenden SV Werder so energisch und eisern, dass  dem 1.FC Union ein eigentlich nur solider Auftritt langt, um in Bremen mit einem 2:0 (2:0) drei Punkte zu entführen. Welch ein gelungener Start ins neue Jahr.

Mit drei Veränderungen im Vergleich zum Pokal-Aus gegen Paderborn (2:3) wartet Union auf: Stammkeeper Luthe rückt wieder für Karius zwischen die Pfosten. Außerdem starten Hübner und Ingvartsen anstelle von Teuchert und Endo.  Zudem setzt Fischer hinten auf eine Dreierkette in der Abwehr und vorne auf eine echte Doppelspitze mit Awoniyi. 

Was sich auszahlen soll. Denn die beiden Spitzen bringen in einer schönen Kombination Union nach nicht mal 12 Minuten in Führung.  Es ist erst Beckers zweiter Saisontreffer. Aber ein wichtiger. Denn so herrscht erst mal Ruhe auf dem Feld. 

Bremen geschockt. Und als man sich so langsam berappelt, auch weil die Eisernen es etwas larifari angehen, ist es Awoniyi, der mit seinem fünften Saisontor erneut den Hanseaten den Zahn zieht (28.).  Die Bremer regen sich kurz auf, weil Becker Friedl leicht touchiert und so dessen Befreiungsschlag in den Füßen von Andrich landet und der den Nigerianer in Szene setzt. Aber Schiri Stieler bleibt davon ebenso unbeeindruckt wie kurz vor der Pause, als Schmids Treffer wegen Abseits die Anerkennung versagt wird.  Wobei der Kölner Keller es unnötig spannend macht, schier ewig braucht,  um das zu bestätigen, was mit bloßen Augen zu erkennen war. 

Wer nach Wiederanpfiff einen Sturmlauf der Hausherren erwartete, wurde enttäuscht. Ein Waschmaschine im Schonwaschgang sorgt für gewöhnlich für mehr Betrieb. Und ist zudem noch interessanter anzusehen beim Waschvorgang. 

Schönes Spiel? Wurscht! 

Union bleibt einfach cool, wach und präsent. Gut, die Nadelstiche wollten nicht wirklich sitzen. Und zunehmend werden die Eisernen tiefer reingedrückt. Aber so richtig gefährlich sieht das nicht  aus, was Werder da so produziert. 

Nun gut, Freunde des schönen Spiels kommen hier nicht wirklich auf ihre Kosten. Aber wer will das den Köpenickern verdenken? Wenn es langt, Bremen einfach nur  in Schach zu halten, warum dann was riskieren? Jeder Zähler ist wichtig. Je früher der Klassenerhalt feststeht, desto besser. Und erst dann, wenn der Stempel drauf ist, dann kann man über anderes nachdenken. 

So wie es aussieht, wird die Zeit bald kommen. Doch das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.