Thomas Müllers Gesicht spricht Bände. Max Kruse & Co. waren für die Bayern in der Vorsaison nicht zu packen.  imago/Pool/Matthias Koch

Spiele gegen die Bayern sind für jeden Bundesligisten ein Highlight. Das ist auch beim 1. FC Union nicht anders. Doch diesmal ist die Begegnung am Sonnabend (15.30 Uhr, Sky) noch ein bisschen aufregender als für gewöhnlich. Nach dem Pokal-Aus des Rekordmeisters in Mönchengladbach stellt sich eigentlich nur eine Frage: Müssen die Eisernen jetzt das Dilemma gegen angefressene Münchner ausbaden und büßen? Oder kann das vermeintliche Prügelopfer den Branchenprimus in die Krise stoßen?

Was geht nun gegen den Tabellenführer? Was ist gegen Bayern drin beim Hit des Spieltages, wenn der Erste beim Fünften gastiert? „Schauen wir mal“, sagte Kevin Behrens, der sich mit zwei Treffern beim 3:1 im Pokal in Mannheim nachdrücklich für einen Startelfplatz dieses Wochenende empfohlen hatte, falls Max Kruses Füßchen sich nicht bis zum Sonnabend erholt haben sollte. Motiviert sein sollte er genug, schließlich hatte er sich im Badischen ja per Schnuller-Jubel als zum dritten Mal werdender Vater geoutet.

Behrens hofft also auf weitere Bewährungsproben. Damit er seinen Nachkommen von seinem Spiel gegen die Bajuwaren dereinst erzählen kann. Sturmplatz Nummer zwei – eigentlich muss man Nummer eins sagen – ist ja an Taiwo Awoniyi fest vergeben, der im Cup zunächst wegen Müdigkeit geschont wurde, ehe er dann doch nach seiner Einwechslung mit dem 2:1 die Weichen auf Weiterkommen stellte.

Müller hat noch nicht gegen Union getroffen

Dass die Unioner nicht einfach nur den Sparringpartner abgeben müssen, haben sie vergangene Saison ja schon unter Beweis gestellt. Als einziges Team der Liga blieben sie in beiden Begegnungen gegen die Münchner ungeschlagen. Man muss also nicht zittern!

Scherzbolde haben ja die Eisernen sogar schon als Favoriten ausgemacht. Ihre logisch anmutende Begründung: Union hat Gladbach mit 2:1 geschlagen, die Borussen gerade den FC Bayern mit 5:0 abgefiedelt. Summa summarum müssten die Eisernen mit allem anderen als einem einfachen 7:1 unzufrieden sein. 

Nun wissen wir ja, dass Fußball keine Mathematik ist. Und Quervergleiche immer hinken. Dass Robert Lewandowski, Leroy Sané und Thomas Müller mit Schaum vor dem Mund in der Alten Försterei auflaufen werden, gilt als ausgemacht. Müller hat zudem ein Extramotivationsbonbon im Hinterkopf. Union ist der einzige Bundesligist, gegen den er noch nicht getroffen hat. Gelang ihm nur, als Spieler der Bayern-Reserve 2008 in Liga drei. 

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