Sichtlich geziehcnte vom Zusammenprall: Andreas Luthe konnte aber durchspielen.  Foto: AFP/Leon Kügler

Torloses Remis auf der Bielefelder Alm. Der 1.FC Union festigt mit dem 0:0 bei der Arminia zwar Platz sieben in der Tabelle, lässt aber in 103 Spielminuten  einige Wünsche offen. 

Andreas Luthe statt Loris Krius wieder im Tor, das war erwartet worden. Aber Urs Fischer hatte sich für eine Viererkette in der Abwehr entschieden, schickte seine Jungs im 4-2-3-1 auf der Alm ins Rennen. Also mit Julian Ryerson hinten links und Marius Bülter eine Position davor. Für Nico Schlotterbeck blieb diesmal nur die Bank. 

So weit der Plan. Doch die Realität fuhr den Eisernen nach nicht mal vier Minuten brutal und schmerzhaft dazwischen, als Luthe und Ryerson bei einem Flankenball mit den Köpfen zusammenrasselten und beide benommen liegen blieben. Luthe sogar mit blutender Nase. Erinnerungen an das Gladbachspiel Ende Januar waren sofort präsent, als Unions Nummer eins nach einem Kopftreffer mit Schwindelgefühlen ausgewechselt werden musste.

Karius machte sich schon warm 

Karius und Schlotterbeck machten sich schon warm. Nach über sieben Minuten Unterbrechung und vielen bangenden Blicke ging es für das Duo weiter. Ryerson mit dicken Turban bis zur Pause. Luthes Nasenbein zierte ein dickes rotes Pflaster. Die ganze Spielzeit über. Seine Reaktionsfähigkeit hatte aber offenbar nicht gelitten, wie er gleich drauf mit einer Fußabwehr gegen Cordova unter Beweis stellen konnte (13.). „Play like a hero“, leuchtete auf der Bandenwerbung auf. Spiele wie ein Held! Dieses Motto machte sich Luthe offenbar zu eigen. 

Mit Turban-Verband, aber trotzdem voll Schwung: Unions Julian Ryerson. Foto: AFP/Leon Kügler

Als wenig später Cordova und Marvin Friedrich frontal zusammenprallten, musste der Arminen-Angreifer kurz drauf raus. Das sorgte alles für eine arg zerfahrene erste Hälfte mit wenig Höhepunkten und einer Rekordnachspielzeit von zehn Minuten. 

Keiner hatte eine Gala wie beim 5:0 im Hinspiel erwartet. Aber dass Union sich gegen die Arminia in ihrem ersten Spiel unter Frank Kramer so schwer tun würde, hatte auch niemand wirklich auf dem Zettel gehabt.

Endo scheitert doppelt

Immerhin versuchten die Eisernen Druck zu machen. Da war ein Schlenzer von Bülter (70.), auch der eingewechselte Petar Musa versuchte sich per Kopf (72.). Am dichtesten dran war dann noch Keita Endo, doch sein Schuss trudelte rechts am Pfosten vorbei (74.).  Arminis Keeper Ortega hatte geschickt den Winkel verkürzt. Knapp sieben Minuten später scheiterte der Japaner erneut in aussichtsreicher Situation (81.). 

Nichts war es mit Endo gut, alles gut. Torlos nach 90.+3 Minuten. Union hätten an diesem Sonntagabend wohl auch weitere zehn Minuten Nachspielzeit wie in der ersten Hälfte nicht wirklich geholfen. Luthe war dennoch nicht unzufrieden: „Als Union nimmt man so einen Punkt auswärts einfach mal mit.“

Statistik und Noten:

Arminia Bielefeld:  Ortega  3- Brunner 4 (79.. de Medina), Pieper 3, Nilsson 3, Laursen 3,5- Maier 4,5 (79. Hartel), Prietl 3,5 - Cordova  (29. Voglsammer 3,5), Vlap 4 (65. Doan), Okugawa - Klos 4,5 (79. Schipplock)

1.FC Union: Luthe 3 - Trimmel 3, Friedrich 3, Knoche 3, Ryerson 3 - Prömel 3,5, Andrich  4- Ingvartsen 4,5 (62. Endo), Kruse 4,5 (84. Gentner), Bülter 4 -Pohjanpalo  5 (62. Musa)

Schiedsrichter: Osmers (Hannover) 3,5