Auf lautstarke Unterstützung der Fans kann sich der 1. FC Union auch beim Pokal-Halbfinale in Leipzig verlassen. Foto: Imago

Es ist wohl das größte eiserne Highlight seit dem Bundesliga-Aufstieg: Pokal-Halbfinale bei RB Leipzig (Mittwoch, 20.45 Uhr, ARD). Der Einzug ins Endspiel wäre für Cheftrainer Urs Fischer „eine Sensation. Chancenlos ist der 1. FC Union dabei trotz des Leipziger Laufs keineswegs. Auch, weil sich die Eisernen auf ihre Fans verlassen können. Mit dem Barcelona-Trick: Union will es im Pokal in Leipzig wie Frankfurt machen.

Während in Barcelona der Ärger über Frankfurts Kartentrick noch nicht verraucht ist, wandelt Union auf den Spuren der Eintracht. Die SGE hatte drei Tage vor der 0:2-Pleite in Köpenick auch dank der Unterstützung von mehr als 25.000 Fans im Camp Nou, dem ruhmreichen Stadion des FC Barcelona, die Katalanen mit einem berauschenden Spiel mit 3:2 aus der Europa League geworfen.

Union kann in Leipzig auf viele Fans zählen

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Bereits im Derby bei Hertha BSC kamen viel mehr Union-Fans als offiziell für den Gästeblock vorgesehen waren. Das soll in Leipzig wieder so sein.

Ganz so viele Unions-Fans werden es in Leipzig nicht. Aber die Eisernen dürfen sich auf zahlreichen und vor allem laustarken Support freuen – obwohl offiziell nur 6700 von 47.069 Karten an Unioner gingen. Medienchef Christian Arbeit: „Wir wissen, dass es relativ zeitig einen Ticketvorverkauf gab und durchaus von Unionern, die sich Karten links und rechts vom Gästeblock haben. Wie viele genau, wissen wir nicht. Aber es werden sicherlich deutlich mehr Unioner vor Ort sein, als das offizielle Kartenkontingent war.“

Damit nicht genug: Wie es sich für solch ein Duell gehört, plant Union einen Betriebsausflug ins 200 Kilometer entfernte Stadion. Arbeit mit einem Grinsen: „Es werden jeden Menge Busse anreisen. Wir werden mit allen Mitarbeitern des Vereins vor Ort sein.“

Union-Ultras werden gegen RB wieder protestieren

Aber: Wie die Ultras „Wuhlesyndikats“ ankündigten, wollen sie sowohl beim Pokal-Kracher am Mittwoch als auch am erneuten Wiedersehen in der Liga (Sonnabend, 15.30 Uhr) wie bei allen bisherigen Spielen gegen Leipzig für einen 15-minütigen Stimmungsboykott sorgen. Dies schrieben sie in ihrem Infoblatt „Die Wald-Seite“.

„Unser Protest war in der Vergangenheit und wird in Zukunft ein 15-minütiges Schweigen zum Beginn der Partie sein. Auch bei den kommenden zwei Spielen! Denn unsere Ideale werden immer an oberster Stelle, auch über etwaigem sportlichem Erfolg, stehen. Das unterscheidet uns letztlich von Konstrukten und Firmen wie RB Leipzig“, heißt es im Infoheft der führenden Ultra-Gruppierung der Köpenicker.

Die Union-Fans stehen den Leipzigern als Teil des weltweiten RB-Konstrukts mit Getränke-Milliardär Dietrich Mateschitz als Geldgeber kritisch gegenüber und bemängeln fehlende Mitbestimmung durch eine große Zahl von Mitgliedern. Zu jedem der 6700 Tickets für den Gästebereich erhält jeder Unioner einen roten Kapuzenpullover mit der Aufschrift „Volle Pulle Union“.

Urs Fischer will beide Spiele gegen RB gewinnen

Zurück zum Sportlichen: Der Pokal ist trotz Unions Supersaison immer noch der schnellste Weg ins internationale Geschäft. Wie breit die eiserne Brust nach zuletzt drei Siegen in Folge und dem Sprung auf Platz sechs mittlerweile ist, bewies Fischer indirekt. Auf die Frage, welches der beiden Duelle (bereits am Sonnabend, 15.30 Uhr, muss Union in der Liga wieder bei RB ran) er lieber gewinnen würde, erklärte der Schweizer: „Das erste. Aber nur, weil es das nächste ist. Danach auch das zweite.“

Zuzutrauen ist es dem 1. FC Union. Auch wegen des Barcelona-Tricks.

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