Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kennt kein Pardon, wenn es um den Mindestabstand geht. Das gilt auch für Fans in Fußballstadien. Foto: imago images/photothek

Das ist das Aus für ein volles Haus. Dirk Zingler, Präsident des 1.FC Union, war mit einer Idee vorgeprescht und wollte zum Bundesliga-Start wieder die Alte Försterei mit über 22 000 Fans gefüllt haben. Möglich sollte das durch einen Corona-Massentest 24 Stunden vorher sein. Diesen Plänen erteilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn jetzt eine Abfuhr.

„Wichtig ist unter anderem die Reduktion der Zuschauerzahl, um den Mindestabstand von 1,50 Meter sicher einzuhalten, der Verzicht auf Stehplätze, Konzepte zur sicheren An- und Abreise sowie das Verbot von Alkohol im Stadion“, betonte der Sprecher des Ministeriums. Eindeutiger geht es kaum.

Hintergrund: Gestern verschickte die DFL an alle Klubs der Bundesliga und Zweiten Liga einen Leitfaden für die Wiederzulassung von Zuschauern in die Stadien. Dieser ist eng abgesprochen mit dem Bundesgesundheitsminister. Die DFL hat seit Wochen mit Spahn über die Möglichkeit beraten, wie Fans wieder Spiele auch in den Arenen schauen können und hat jetzt  wie Empfehlungen an die Klubs gegeben.

„Der Leitfaden dient als Orientierung für die Grundstruktur der zu erstellenden Konzepte und beinhaltet zahlreiche zu berücksichtigende Aspekte“, hieß es in der Mitteilung.

Die DFL verwies dabei auf die Vorgaben des Ministeriums. Eine auch nur teilweise Zulassung von Zuschauern soll laut DFL immer abhängig vom regionalen Infektionsgeschehen sein. Außerdem seien die lokalen Konzepte der Klubs entscheidend, welche von den zuständigen Gesundheitsbehörden vor Ort freigegeben werden müssten.

Das Gesundheitsministerium erklärte auch: „Nun kommt es entscheidend darauf an, dass alle Vereine der Bundesliga dieses Konzept auch tatsächlich leben und mit den zuständigen Behörden vor Ort auf das jeweilige Stadion zuschneiden.“ Das klingt schon fast wie eine Ermahnung...