Unions Sven Michel (l.) wird von Rani Khedira und Kollegen geherzt nach seinem dritten Jokertreffer in den letzten vier Wochen. dpa/Andreas Gora

Das Grinsen war breit. Und der Situation angemessen. „Entweder du hast es. Oder hast es halt eben nicht“, meinte Unions Ausgleichstorschütze des 1:1 gegen Fürth zu der Szene, als er Nick Viergever im Strafraum am Fünfmeterraum mit einer gekonnten Pressingsituation den Ball abluchste und damit die Gäste aus ihren Träumen von einem Auswärtssieg riss.

Eine Aktion, die Fürths Trainer Stefan Leitl zu der süffisanten Bemerkung verleitete, dass man nicht immer versuchen sollte, alles spielerisch zu lösen, sondern auch mal den langen Ball in sein Repertoire einstreuen darf. Vielleicht sollte er dem Niederländer mal den schönen alten Sinnspruch „Hoch und weit bringt Sicherheit“ etwas näherbringen.

Aber lassen wir das. Union profitierte ja davon. Dank Schlitzohr Sven Michel. „Ich hatte auch ein bisschen Glück. Er rutscht weg. Aber noch schöner wäre es gewesen, wenn es für noch eins gereicht hätte“, meinte Michel. So wie in der Vorwoche, als er in Leipzig erst egalisierte und dann Kevin Behrens per Hacke zum 2:1 auflegte.

Michels Union-Zahlen: Drei Tore, eine Vorlage in 43 Minuten

Man hat es. Oder eben nicht. So würde der aus dem Siegerland stammende Michel das seinem Trainer gegenüber zwar nicht ausdrücken, aber um Druck auf Fischer auszuüben, kann er ja allein seine Taten sprechen lassen. Wenn nichts mehr geht, kommt Michel! Drei Treffer als Einwechselspieler in den letzten vier Unionspielen. In gerade einmal 43 Minuten Einsatzzeit. Das kann sich sehen lassen.

Im April, im April macht Michel es, wie er will. Fragt sich natürlich, ob es dann im Mai nicht auch mal für einen Startelfeinsatz reichen müsste für den 31-Jährigen, den der 2-Millionen-Euro-Einkauf aus Paderborn in der Liga nur zweimal gehabt hat bislang.

Union-Trainer Fischer lobt Michels Einstellung

„Ich glaube, da muss man sich ein Kompliment machen, wenn es um die Einstellung geht. Da wirst du vom Trainer enttäuscht, wenn du nicht in der ersten Elf bist, obwohl man versucht, sich unter der Woche aufzudrängen. Doch wenn es drauf ankommt, ist er da. Aber das erwarte ich auch von einem Einwechselspieler“, so Unions Trainer.

Ein bisschen scheint Michel darunter zu leiden, dass er einen kreuzgefährlichen Joker abgibt. Darauf verzichtet kein Trainer der Welt gerne. Und zur Wahrheit gehört ja auch, dass Fischer mit der Wahl seines Stamm-Angreiferduos Taiwo Awoniyi und Sheraldo Becker ja so viel auch nicht falsch macht.

Fischer hat die Qual der Wahl. Pluspunkte gesammelt hat Michel wohl. Die Form stimmt. Aber er muss sich gedulden, bis bei Fischer das Bauchgefühl mit den Trainingseindrücken unter der Woche übereinstimmt.

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