Michael Parensen bedankt sich bei den Fans. Eine Szene aus einer Zeit, als Zuschauer noch ins Stadion durften.  Foto: imago images/Matthias Koch

Was für ein Jahr. Im wahrsten Sinne des Wortes. Zwölf Monate lang hielten Hertha BSC und der 1. FC Union die Hauptstadt in Atem. Langweilig war echt anders! Hier vier Trainer in einer Spielzeit, Stadtmeisterschaft, Geldsegen von Lars Windhorst, verbunden mit dem Ziel, sich endlich im Konzert der Großen zu etablieren. Dort wackerer Abstiegskampf, vorzeitige Rettung und der Abtritt eines Urgesteins. All das in Zeiten von Corona. Geisterspiele statt begeistertem Publikum. Schön ist anders. Doch am Ende lagen die Hauptstadt-Rivalen in der Tabelle friedlich nebeneinander, getrennt nur durch die Tordifferenz. Das hätten beim Ligastart im August 2019 wohl nur wenige für möglich gehalten. Lesen Sie ab Dienstag im KURIER die großen Serien über Hertha und Union.

Teil 1: Alles hat ein Ende. Auch eben eine Karriere wie die von Michael Parensen. Mit seinem Einsatz gegen Düsseldorf endete eine beispiellose Karriere bei den Eisernen, die in tristen Januartagen 2009 in der 3. Liga begann und nun neun Bundesligaspiele und 207 Zweitligakicks zählt. Es kam nicht ganz überraschend. Und am Ende dann vielleicht doch, wie sich der 34-Jährige im Podcast bei Plattsport.de erinnert: „Fest steht es erst seit Samstag. Es war ja schon immer ein Gedankenspiel, dass ich dann auch tatsächlich aufhören würde mit professionellem Fußball, wenn es bei Union nicht weitergehen sollte. Als ich dann die Nachricht bekommen habe, dass mein Vertrag nicht verlängert wird, war für mich dann relativ schnell klar, dass es das für mich gewesen ist. Aber Nägel mit Köpfen haben wir dann erst am Samstag gemacht“, sagte der 34-Jährige.

Gehofft hatte er schon noch auf einen Anschlussvertrag. Aber ein Gnadenbrot wegen seiner Verdienste wäre ihm auch nicht recht gewesen. „Ich hätte schon noch Lust gehabt, ein Jahr weiterzumachen, auch weil mir die Bundesligasaison gezeigt hat, dass ich auf dem Niveau ganz gut funktioniere. Weil ich mich auch körperlich gut gefühlt habe und weil es immer noch der schönste Beruf ist, den ich mir vorstellen kann. Insofern hätte ich noch Lust gehabt, das habe ich auch so kommuniziert, aber der Verein hat sich dafür entschieden, den Vertrag nicht zu verlängern. Was aus seiner Sicht absolut nachvollziehbar ist.“

Typisch Parensen. Teamplayer eben. Kein böses Wort oder Nachtreten. Das liegt natürlich auch daran, dass er Union erhalten bleibt und nicht ins Bodenlose fällt. „In den letzten Jahren gab es immer schon lose Gespräche, was wir machen werden, wenn es mal so weit ist. Am Anfang dieser jetzt abgelaufenen Saison hat sich dann in Gesprächen rauskristallisiert, dass es hier anders weitergeht. Ich will jetzt die kommende Zeit dafür nutzen, andere Abteilungen des Vereins kennenzulernen, um den Verein dann als Ganzes zu verstehen und dann perspektivisch meine auf dem Platz begonnene Arbeit in der Geschäftsstelle für den Verein weiter fortzuführen“, blickt er optimistisch in die Zukunft.

Am Mittwoch lesen Sie: Wie sich das Leben für Michael Parensen jetzt ändert